[PINGUIN] SB L Handbuch

Hermann meinelisten at onlinehome.de
Sa Apr 5 13:38:34 CEST 2008


am Sa 05. Apr 2008 um 13:09:36 schrieb Petra Ritter <petra at access-for-all.ch>:
> > Ich habe bisher nur im Quellpaket einen Doc-Unterordner gefunden. Sonst
> > ist mir nichts bekannt.
> 
> Gibt es aber eine Liste der Tastenkombinatioonen?

"Die" Tastenkombinationen gibt es nicht, weil SBL frei konfigurierbar ist. Auch hierzu gibt's eine Hilfedatei in 
besagtem 
Paket. Was Knopper hier gemacht hat, ist die wichtigsten Definitionen einzubauen. Man kann eine komplette keyboard.map 
mit seinen bevorzugten Tastenkombis schreiben; sie findet sich unter /usr/lib/suse-blinux/keymap.

> Das was da in der Hilfe von Adriane angegeben ist, ist ein Bisschen
> wenig um ohne Zeile vernümpftig mit SBL zu arbeiten.
 
Mein erster Eindruck von Adriane ist ohnehin, dass es sich hier bestenfalls um einen Anfang handelt, mehr nicht.

> Ich habe zwar eine Zeile aber was machen Späterblindete die kein
> Braille oder auch hochgradig Sehbehinderte können.
 
Für Sehbehinderte gibt's auch Vergrößerungssoftware.

> Gib es auf dieser Liste jemanden der ohne Zeile auf Linux arbeitet?
> Unter Umständen auch mobil, so dass er nicht immer die Zeile
> herumschleppen muss.
> 
> Ich meine "Arbeiten" und nicht Herumspielen oder anderst herum ist ein
> Einstieg in Linux für jemand der blind ist und kein Braille beherscht
> möglich?
 
Möglich sicher, aber man muss dann mit Sprachausgaben sehr erfahren sein, aber das ist kein Unterschied zu Windows. Es 
gibt eine Reihe von Personen, die, aus welchen Gründen auch immer, keine Braillezeile haben, die aber doch mit Linux 
arbeiten können. Wenn du die Orca-Liste noch mitliest, kannst du mal dieses Thema als "OT" ansprechen; da wirst du 
hilfreiche Hinweise bekommen.
Noch eine Bemerkung: Ich bezweifle, dass Vereinfachungen wie Adriane einem Linux-Einsteiger wirklich helfen, da so kein 
Verständnis für das OS aufkommen kann. Ich teste Adriane gerade zusammen mit einem Bekannten, der ein absoluter 
Windowsfan ist, und seine Erwartungen gehen in die Richtung, dass er das System startet, die einzelnen Menüpunkte 
aufruft, und alles mehr oder weniger vorkonfiguriert vorfindet. Wenn ich ihm erkläre, was er alles einrichten müsste, 
um das System zum Laufen zu bringen, gibt er entnervt auf. Aber genau solche Erwartungen weckt Knopper mit diesem 
Konzept: Linux so einfach wie Windows - ja noch einfacher. Dieses Konzept wird nicht aufgehen.
Und auch der Einstieg über Orca ist nach meinem Dafürhalten nicht sonderlich geeignet, dem Anwender ein Verständnis für 
Linux nahezubringen. Auch hier erwarten die Leute mehr oder weniger Windows, und sind enttäuscht, was alles nicht auf 
Anhieb läuft und wie viel Arbeit man mit dem System hat.
Der Einstieg über ein "reines" Textlinux ist nach meiner Meinung der Beste, gerade weil er anfänglich schwer ist. Aber 
man bekommt Kenntnisse über das System, die es später erleichtern, grafische Oberflächen unter Linux - oder auch Adriane 
- zu bedienen.
Gruß Hermann