[PINGUIN] Partitionsfrage
Henning Oschwald
listmail at hoschwald.de
Son Aug 13 20:57:24 CEST 2006
Huhu,
Am Sonntag, 13. August schrieb Ali Guerler:
> Am Sonntag, 13. August 2006 um 18:28 schrieb Henning Oschwald:
>
> > Auch wenn ich nicht Jens bin...:
>
> Das ist - in der Tat - sehr tragisch, werde ich aber schon überstehen
> können. ;-)
Nix gegen Jens, aber ich bin mit meiner Identität eigentlich ganz
zufrieden. ;-)
> > Ich verwende hier teilweise ReiserFS und teilweise XFS, da beide
> > Dateisysteme Journaling beherrschen.
>
> Was ist denn "journaling"? Okay, ich schaue nachher auch nochmal im
> Internet nach. :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Journaling
> > Ext3 kann das zwar auch, allerdings ist Ext3 in manchen Situationen
> > weniger performant.
>
> Welche Situationen mögen das sein?
Das meinte ich bezogen auf den Dateizugriff, wobei ich jetzt grad keine
Messergebnisse parat hab.
> Du schreibst, daß Du XFS und reiserfs nutzt. Wann nutzt Du denn was?
> Oder ganz konkret: was sollte ich nutzen?
ReiserFS hatte ich vorher im Einsatz. XFS habe ich eigentlich nur
verwendet, um ein paar Erfahrungen damit zu sammeln und jetzt ist es
halt drauf und tut auch gut seinen Dienst. XFS ist allerdings noch nicht
allzulange im Kernel, weshalb man mit älteren Kerneln dieses
Dateisystem nicht lesen kann, außer man schmeißt den Compiler an. Wie
schonmal geschrieben hat jedes Dateisystem seine Stärken und Schwächen,
arbeiten kann man aber mit allen. Wenn Du dich also nicht entscheiden
kannst, knobel es aus. :-)
> >> Und unterscheidest Du bei den Partitionstypen, was Deine
> >> Nutzpartition und Deine Bootpartition angeht?
Ja, ich würde wie gesagt auf jeden Fall Ext2 für die Bootpartition
nehmen.
> > Für die Bootpartition würde ich ext2 verwenden. Journaling und hohe
> > performanz sind da nicht wichtig und die Wahrscheinlichkeit, daß der
> > Kernel mit dem Dateisystem was anfangen kann ist bei Ext2 am
> > größten.
>
> Das klingt so, als ob es sich bei ext2 um ein älteres Dateisystem
> handelt.
Ja, das Älteste von den Angesprochenen. Später kam dann Ext3, was aber
eigentlich ein um Journaling und eine verbesserte
Verzeichnissindizierung erweitertes Ext2 ist.
> Der Kernel kann also nicht mit allen Dateisystemen arbeiten?
Nur mit denen, für die die Unterstützung entweder fest in den Kernel
einkompiliert oder als Kernelmodul vorhanden ist. In zweitem Fall muß
das entsprechende Modul außerdem in der initrd enthalten sein, um davon
booten zu können. Die Initrd ist ein minimales System, das direkt nach
dem Laden des Kernels in eine Ramdisk geladen wird und die benötigten
Kernelmodule läd, um überhaupt die Rootpartition mounten zu können. Eine
Initrd ist also nur nötig, wenn die zum Booten benötigten Funktionen
nicht fest in den Kernel einkompiliert sind, sondern als Module
vorliegen, was aber bei den Distributionskernels immer der Fall ist.
> > Auf meinem Server habe ich neben der Rootpartition noch eine Boot-
> > und eine Homepartition, auf dem Arbeitsrechner habe ich keine
> > gesonderte Bootpartition.
>
> Okay, was für ein Server ist das?
Pentium III 700 MHZ, mit Debian Testing.
> >> Wieviel sollte man der Bootpartition schenken?
>
> > 30 MB sollten reichen.
>
> Gut, und daß es sich bei der entsprechenden Partition um eine
> Bootpartition handelt, wird vermutlich in der fstab definiert, oder?
Genau. Wobei eine Bootpartition nichts Besonderes ist, sondern sich
lediglich dadurch auszeichnet, daß sie in /boot gemountet wird. :-)
> Würde sich der Bootmanager auch automatisch in die Bootpartition
> installieren, oder müßte man das explizit einrichten, falls ja, wie?
Die Dateien die der Bootmanager braucht, werden nach /boot installiert.
Hier gillt das Gleiche, was ich schon zum Kernel-Image geschrieben hab.
Der Bootmanager selber wird in den MBR der Platte geschrieben.
> >> Wie sage ich denn aptitude, wohin mir der Kernel installiert werden
> >> soll?
>
> > Gar nicht. Der Kernel wird immer nach /boot installiert.
>
> Was in der fstab steht?
Ja. Wobei Du die Partition genau so gut per Hand mounten könntest. Die
fstab sorgt nur dafür, daß das automatisch passiert.
> > So richtig sinnvoll ist eine separate Bootpartition eh erst, wenn Du
> > mehrere Partitionen hast, von denen Du ein unixoides Betriebssystem
> > booten willst.
>
> Was meint "unixoid"?
Naja, eben ein Unix Betriebssystem (Linux, (free|open|net)BSD, Solaris,
etc.) Ich habe das eigentlich nur geschrieben, weil Windows nix mit
einer Bootpartition anfangen kann.
ciao
HEnning
--
Wenn aus einem Raum mit 3 Leuten 5 rauskommen, dann müssen erst wieder
2 reingehen, damit der Raum leer ist.
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