[ECHO] Sinn der Liste war: Re: Radiotatorte vom Mai und Juni

Hermann meinelisten at onlinehome.de
Mo Jul 7 11:56:28 CEST 2008


Dirk Meyer <fa at dm-mail.de> writes:

> Hallo Christine,
>
> Christine Kahlert <christine.kahlert at blindzeln.at>
> Du schriebst am Montag, 7. Juli 2008 um 11:04 Uhr:
>
>> Tststs. in Österreich würden wir sagen: Urheberrecht schau owa!
>
>> Denn ich nehme an, dass auch diese Radiosendungen dem 
>> Urheberrechtsgesetz unterliegen.
>
> Ich weiß überhaupt nicht auf welche Mail Du Dich da beziehst! :-) Hat denn
> jemand gefragt? :-) Für die, die den Witz nicht kapiert haben, man beachte
> die Emotikons!
>
Ich frage mich ohnehin, welchen Sinn eine solche Liste macht, wenn jede
Mail potenziell strafrechtlich relevant ist, vorausgesetzt es geht nicht
um unverbindliches Geplauder nach dem Motto: Wie fandet ihr Hörspiel
XY?" "Mir hat's gefallen..." "Aber mir nicht..."
So gehöre ich nicht zu den Radiotatort-Fans, aber: De gustibus non
disputandum est".
Mir kommt langsam der Frühstückskaffee von vorgestern hoch, wenn ich mit
ansehen muss, welches Ausmaß der Urheberrrechtsterror allmählich
annimt. Hier herrscht längst ein Klima der Einschüchterung. 
Machen wir uns die konsequenzen mal klar: Ich erhalte von einem
Listenteilnehmer eine Anfrage (privat), ob ich das Hörspiel So-und-so
habe und es ihm vielleicht zusenden könne? Hilfsbereit und arglos, wie
wir Schicksalsgefährten nun mal sind, schicke ich ihm das. Und eines
Morgens werde ich durch Sturmläuten an meiner Haustür geweckt,
Hausdurchsuchung, Verhör ..., kurz gesagt das volle Programm. Denn der
hilflose Schicksalsgefährte war ein von der Musikindustrie
eingeschleuster Spitzel. Paranoja, Verschwörungstheorie, Vielleicht
(noch). Aber wenn wir uns vergegenwärtigen, dass sich hier eine wahre
Abmahnungsindustrie etabliert hat, ist dieses Szenario vielleicht nicht
mehr weit entfernt.
Machen wir uns klar: Die amerikanische Musik- und Filmindustrie geht
inzwischen so weit, den Verbrauchern das Wegwerfen von CDs und DVDs
verbieten zu wollen, weil urheberrechtlich geschütztes Material
vernichtet wird.
Wie heißt es so schön im Volksmund: "Irgendwann muss mal Schluss sein!"
Oder wer's lieber philosophisch mag, dem sei mit Albert Camus
geantwortet: "Eine Rebellion entsteht immer dann, wenn ein Mensch
aufsteht und "nein" sagt."
Wann ist es soweit?
Andernfalls sehe ich nicht, welchen Sinn eine Liste wie Echo - und das
gilt auch für den Bücherwurm - noch hat?

> Nein im Ernst, leider hat die ARD auf meinen diesbezüglichen Vorstoß, den
> Radio-Tatort für die Listenmitglieder als Download zur Verfügung zu
> stellen nicht geantwortet. Damit aber auch nicht abgelehnt. Da mir einfach
> die Zeit fehlt, mich dahinter zu klemmen, habe ich diesbezüglich nichts
> mehr unternommen.
>
Ich weiß nicht, ob die Mitleidsschiene eine so gute Idee ist?

> Aber vielleicht könnte ja mal Blindzeln zeigen wozu es fähig ist, außer
> Mod.-Mails zu versenden. Vielleicht mal offiziell als Plattform von
> x-Hunderten Blinden da anzufragen. Für die Aufzeichnungen würde ich auch
> weiterhin zur Verfügung stehen.
>
Blindzeln könnte sich noch mehr Verdienste erwerben, wenn es sich in die
Front der Kämpfer für einen freien Umgang mit Kultur einreihen würde; so
zum Beispiel die Unterstützung der Idee einer Kulturflat.
Gruß Hermann

-- 
Terrorismus ist der Krieg der Armen; Krieg ist der Terrorismus der
Reichen.
(John Berger, zeitgenössischer britischer Schriftsteller)