[ECHO] Die Prinzessin und der Spielmann

Daniel Miskulnig daniel.miskulnig at ktn.gv.at
Di Apr 10 15:34:42 CEST 2007


Hallo Liste,

Nach langer Zeit wieder mal eine Hörspielvorstellung.
Es handelt sich hierbei um das Hörspiel "die Prinzessin und der Spielmann" 
welches von Elifius Pafrath stammt und erstmalig am 27.7.1986 auf DDR 2 
ausgestrahtl wurde. (Sendezeit weiß ich leider nicht).
Erstmal zu den mitwirkenden Personen:

Prinzessin:   Johanna Schall
Spielmann:   Rüdiger Joswig
König:   Dietrich Körner
Hofmarschall:   Christoph Engel
Stadtvogt:   Franz Fühmann
Prinz Pipin:   Edgar Harter
Töpfer:   Horst Torka
Räuber:   Hans Oldenbürger, Peter Groeger, Otmar Richter 

Inhalt:
König Karl, der Mächtige, besitzt weder viel Macht noch Reichtum. Mächtig 
an ihm ist nur sein Bauch und die Sorge um seine Tochter Gerda. Aufgrund 
dieser Sorge verbietet er Gerda alle Aktivitäten die Kinder in ihrem Alter 
gerne durchführen, wie beispielsweise durch die Wiese tollen, mit anderen 
Kindern spielen auf Bäume klettern etc.
Besser wäre es alelrdigns wohl gewesen er hätte es ihr manchmal erlaubt. 
Sosnt wäre das folgende Malör nicht passiert:
Eines tages entwischte sie ihrem Gesangslehrer und kletterte auf einem 
Baum. Dummer Weise konnte der Gesangslehrer ihr nicht folgen, ein Ast 
brach vom Baum und die Prinzessin landete direkt auf dem Gesangslehrer...
Infolgedessen möchte der KÖnig seine Tochter gern an
den Mann - am liebsten an Prinz Pipin aus dem Nachbarreich bringen. Gerda 
jedoch ist mehr als eigensinnig. Ein altes Märchen (nämlich jenes vom 
König Drosselbart) bringt den König, oder genauer gesagt den Hofmarschall, 
auf
einen schlauen Plan: Prinz Pipin soll, als Spielmann verkleidet, Gerda 
heimführen. Wie der Dumem Zufall es woltle kam jedoch vorher schon ein 
"richtiger Spielmann" welcher der Prinzessin mit seiner Art auch noch 
gefiel. Der Hofmarschall wies den König zwar sehr bald auf seinen Irrtum 
hin, weil kurz nach der Hochzeit der verkleidete Pipin vor dem Tor stand, 
jedoch hielt der KÖnig es nicht für nötig den Hofmarschall zuzuhören, 
wodurch der gute Pipin von den königlichen Hunden gehetzt und zugerichtet 
wurde...
Kurioses Detail am Rande: Kurz vorher hatte der König Ärger mit einem 
Spielmann.
Begründung: Um die Königliche Kasse und seinen Bauch füllen zu können 
setzte sich der König jedes Jahr in eine große Schale am Dorfplatz und 
ließ sich in Gold aufwiegen.
Und mitten in den Jubelchor für den König gröhlte ausgerechnet jener 
Spielmann, welchen er später ungewollt seine Tochter verheiratete "Du bist 
nur ein dicker Kopf, hängt in an den Galgentopf. Leider bist du viel zu 
dick da reist jeder Galgenstrick".

Alle Versuche, sie zurückzuholen, scheitern, denn Gerda gibt mit Vergnügen 
Schloss und Reichtum auf, um an der Seite ihres Spielmannes Liebe
und Glück zu finden. 
Dabei bringt ihr ihre Eigensinnigkeit oft Probleme, jedoch meistert sie 
oft sehr geschickt bestimtme Situationen, wodurch sie auch ihrem Mann aus 
der lLemme helfen kann. Beispielsweise, als sie von Räubern heimgesucht 
werden.

Dieses Hörspiel belegte 1987 Platz 3 beim "Kinderhörspielpreis der DDR":
Es sei jedoch erwähnt, dass dieser Preis nicht von den Hörern sondern von 
einer Jury vergeben wurde.
Es dürte den Machtorganen wohl gefallen haben, wie eine Prinzessin sich 
mit Freude von Reichtum verabschiedete und zum Volk gesellte.

Schauspielerisch ist es eine Meisterleistung, und besitzt all jene 
Eigenhieten, die für den Autor Pafrath typisch sind. Dazu zählen auch die 
immer wieder passend eingemischten Liedeinlagen.
Ein Genuss sind vor allem die 3 Räuber, deren Stimmen gut zueinanderpassen 
und die einem eine richtige Gänsehaut auf den Rücken jagen können.

Lediglich Johanna Schall bietet als Prinzessin zwar eine starke Leistung, 
ist aber stimmlich einfach nicht mein Geschmack.
Etwas schade finde ich offen gesagt, dass der verkleidete Pipin vom Tor 
gejagt wurde. Ich hätte zu gerne miterlebt, wie dieser zweifellos nicht 
durch intelligenz strotzende Prinz sich als Spielmann verhalten hätte.

Eine wirklich tolle Radioproduktion und ich hoffe, dass Figaro sie wieder 
einmal ausstrahlt. (Habe sie zum Glück mitgeschnitten).

L.G. Daniel