[ECHO] Prinz und Bettelknabe

daniel.miskulnig daniel.miskulnig at chello.at
Son Jul 16 21:56:40 CEST 2006


Hallo Liste,

Erstmal Entschuldigung an alle denen ich PMS schulde. Ich war letzte Woche 
auf einer Computerkonferenz woebi ich 5 Nächte lang kaum schlafen konnte 
weil die Betten in dem Hotel in dem ich untergebracht war steinhart waren!.
Internetzugang hatte ich dort keinen. Dafür aber aufgrund der schlaflosen 
Nächte und der Tatwscache, das es 1 1/2 Tage kein Programm gab die 
Möglichkeit wieder viele Hörspiele aus meinem Archiv kennen zu lernen. 
Leider habe ich Blödian mir eingebildet ich würde mit 2 bis an den Rand mit 
128 Kbits-files angefüllten MP3CDS locker auskommen...

Dabei bin ich gleich auf mehrere Hörspiele und Hörbücher gestoßen die ich 
euch gerne vorstellen möchte.

Wir haben ja schon ausführlichst über Tom Sawyer und Huck Finn von Mark 
twain diskutiert. Das er aber ein ähnliches Buch geschrieben hat, welches 
vielleicht sogar noch spannender ist als diese Beiden haben wir noch nicht 
erörtert. Es handelt sich dabei um "Prinz und Bettelknabe". Die 
Hörspielfassung, welche ich hier vorstelle wurde vom Schweizerradio DRS 1963 
auf hochdeutsch produziert und in 3 Teilen zu je rund 50 Minuten 
ausgestrahlt.

Erstmal zu den mitwirkenden und zum Inhalt.

Mitwirkende:
Erzählerin: Margrit Winter
Eduard, der Prinz: Dorit Fischer
Tom Canty: Felicitas Hanhart
Vater Canty: Peter Ehrlich
Ernst Ernsthoff, Robert Tessen, Hans Jedlitschka, Hans Günter Riebold, Peter 
Kner, Vincenzo Biagi, u.a.

Inhalt:

Die Geschichte spielt in London im 16. Jahrhundert.
Der Bettelknabe Tom spielt mit seinen Freunden gerne Hofstaat. Hierbei wird 
ihm immer die Rolle des Prinzen zugeteilt. Irgendetwas löst in ihm die 
Sehnsucht aus einmal das Innere des Palastes zu sehen. Er schafft es 
wirklich hereinzukommen, wobei er von einem Soldaten zu Boden geschlagen 
wird und es nur Edward zu verdanken hat, das er nicht verlettz nach Hause 
humpeln muß, was er bei seiner Unterernährung wahrscheinlich gar nicht 
überlebt hä+tte. Die Beiden kommen ins Gespräch und jeder möchte das Leben 
des Anderen kennenlernen. Warum Tom das Leben des Prinzen kennenlernen will 
muss ich hier wohl nicht erklären. Interessanter Weise will aber auch Edward 
einmal toms Leben kennenlernen, um zu erfahren wie seine Untertanen leben, 
was die Leute über ihn denken und was es eigentlich bedeutet Kuchen zu 
backen und im Wasser zu plantschen.
Prinz Edward und Tom, der Bettelknabe, die sich zum Verwechseln ähnlich 
sind, tauschen aus dieser Laune heraus die Kleider. Dieses Spiel führt sie 
jedoch in eine ausweglose Situation, denn niemand will ihnen den 
Rollentausch glauben. So wird der Bettelknabe zum Prinzen und der Prinz zum 
Bettler. Während sich Tom nach anfänglichem Sträuben an das Leben am Hofe 
gewöhnt, findet sich Edward in der Welt der Armen nicht zurecht. 
Beispielsweise kann er mit den Golddukaten welche er mitgenommen hat in den 
"gewöhnlichen Läden" nicht einmal bezahlen. Als Tom zum König gekrönt werden 
soll, kann Edward schließlich den Beweis erbringen, daß er der wahre König 
ist: Er allein kennt den Ort, an dem sich die Krone befindet. Tom kann mit 
seinen Eltern in ein Häuschen in der Nähe des Palastes ziehen und alles 
nimmt ein gutes Ende.

In diesem Hörspiel zeigt Mark Twain sehr deutlich auf, dass auch das Leben 
am Hof seine Nachteile hat. Weiters führt er in einer für die damalige Zeit 
sehr offenen Weise die Unterschiede zwischen Arm und Reich vor. Während das 
gewähnliche Volk kaum genug zu essen hat bekommen 7 Leute das Nachthemd des 
Prinzen, ehe dieser es anziehen kann. Des Weiteren kritisiert er auch andere 
Dinge die aus heutiger Sicht seltsam erscheinen, aber zum damaligen 
Zeitpunmkt eine Normalität waren. Beispielsweise Hexenverbrennungen.

Die Schauspieler machen durchwegs einen guten Job. Vor allem Peter Ehlrich 
als ständig betrunkener Vater von Tom ist eine absolute Klasse!. Lediglich 
die Rolle des Prinzen hätte meiner Meinung nach etwas besser besetzt werden 
können. Die Stimme, die dem Namen nach einer Darstellerin gehört, ist etwas 
zu piepsig was wohl auch damit zusammehnhängen kann das die Dame sich viel 
Mühe gibt wie ein Mann zu klingen.

Leider kann ich nicht alles schreiben, was ich zu diesem Hörspiel gerne 
schreiben würde, weil ich sonst wahrscheinlich heute überhaupt nicht mehr 
ins Bett käme.
Langer Rede kurzer Sinn: Ein wirklich spannendes Hörspiel für alle 
Altersgruppen, welches für diejenigen die ein bißchen über Geschichte 
bescheid wissen auch sehr Lehrreich ist und zeigt, das Mark Twain sich sehr 
viele Gedanken über die damalige Gesellschaft machte.

L.G. Daniel