[ECHO] Das Weihnachtsgeheimnis
daniel.miskulnig
daniel.miskulnig at chello.at
Sa Dez 23 20:45:38 CET 2006
Hallo Leute,
nachdem auch dieses Jahr wieder bis jetzt kein einziges Weihnachtshörspiel
besprochen wurde möchte ich mein persönlichers Lieblingsweihnachtshörspiel
vorstellen.
Es handelt sich hierbei um "das Weihnachtsgeheimnis" von Jostein Gaarder.
Wir beginnen wieder mit einer Sprecherliste und vor allem einer
ausführlichen Inhaltsangabe.
1. Dezember: ... vielleicht hatten die Zeiger es satt, Jahr um Jahr
denselben Weg zurückzulegen, weshalb sie plötzlich die Gegenrichtung
einschlugen....
Über eine Rolltreppe aus dem Kaufhaus...
In einem Buchladen entdecken Joachim und sein Vater einen alten,
handgearbeiteten Adventskalender, von dem der Buchhändler selbst nicht weiß,
wie er in
seinen Laden geraten ist. Vermutlich hat ihn der Blumenverkäufer Johannes
dort hingestellt, wie schon das Photo, das eine junge Frau vor dem Petersdom
zeigt und unter dem der Name "Elisabet" steht. Voller Spannung öffnet
Joachim die erste Tür, aus der ihm ein zusammengefalteter Zettel entgegen
fällt.
Auf dem Bild dahinter stehen mitten in einem Spielwarenladen ein kleines
Lamm und ein Mädchen. Auf dem Zettel steht, dass ein Mädchen namens Elisabet
kurz
vor Weihnachten, während sie mit ihrer Mutter beim Weihnachtseinkauf war,
einem zum Leben erwachten Stofflamm nachrannte. Sie wollte das Lamm einholen
und sein weiches Fell streicheln, doch das Lamm lief immer weiter aus der
Stadt und, wie Elisabet erstaunt feststellte, anscheinend auch rückwärts in
der
Zeit.
2. Dezember: ...ich kenne eine Abkürzung, gleich hier... Über eine
Rolltreppe aus dem Kaufhaus in einen Frühlingswald...
Auf Joachim wartet eine Adventszeit voller rätselhafter Geheimnisse. Er hat
einen alten "magischen" Adventskalender. Hinter dessen Türen findet er,
statt
der üblichen Schokoladenstückchen, handbeschriebene Zettel, die eine
Geschichte erzählen. Joachim will die Zettel seinen Eltern zu Weihnachten
schenken,
und sie bis dahin in einer verschließbaren Schatulle aufbewahren.
Als Joachim an diesem Morgen aufwacht, betrachtet er erst einmal in aller
Ruhe das große Bild vorne auf seinem Kalender. Erst jetzt entdeckt er das
kleine
Stoff-Lamm aus der Geschichte, das zu Füßen eines Hirten liegt. Beim Öffnen
der zweiten Tür fällt ihm wieder ein Zettel entgegen, und das Bild dahinter
zeigt einen Engel in einem Wald, der seinen Arm um ein kleines Mädchen legt.
Immer weiter war Elisabet dem Glockenlamm nachgelaufen und dabei hatte sie
bemerkt, dass es nicht dunkler sondern wieder heller wurde. Außerdem war sie
im Winter losgelaufen und jetzt in dem Wald war es Frühling. Als Elisabet
stolperte, entdeckte sie eine leuchtende Gestalt zwischen den Bäumen.
3. Dezember: ... wie mit dem Wind zu laufen - oder eine Rolltreppe
hintunterzurennen... Anno 1916 oder Über Halden bis zur schwedischen
Grenze...
Joachim hat immer mehr Fragen zu seinem "magischen" Adventskalender. Zum
Beispiel, ob der Blumenmann Johannes von den Zetteln hinter den Türen weiß.
Vor
allem aber wüsste er gerne, ob die Elisabet, deren Photo Johannes ins
Schaufenster des Buchladens gestellt hat, dieselbe Elisabet ist, von der der
Kalender
erzählt. An diesem Morgen zeigt das Bild einen Oldtimer. Der Engel Efiriel
und Elisabet liefen noch immer dem Glockenlamm hinterher und kamen durch die
Stadt Halden. Als Elisabet ein Auto entdeckte, das aussah wie die alten
Gefährte auf Großvaters Photos, rief sie: "Ein Oldtimer!" Aber Efiriel
behauptete
dieser Wagen sei ganz neu und erklärte Elisabet, dass sie auf dem Weg nach
Bethlehem seien, und dass sie bis zur Geburt Jesu noch 2000 Jahre in der
Zeit
zurückreisen müssten. Efiriel zeigte ihr seine Engelsuhr: Sie waren im Jahre
1916 und kurz vor der schwedischen Grenze.
4. Dezember: ... er konnte nur noch schnell die Augen aufreißen... Anno 1891
bis 1814 oder: Vom Götaälv bis nach Göteborg
An diesem Morgen zeigt das Bild einen Mann in hellblauem Gewand, das ein
bisschen wie ein Nachthemd aussieht. In der Hand hält der Mann einen Stab.
Im Jahre
1891 vor Christi Geburt, unweit vom Götaälv, trafen Elisabet und der Engel
Efiriel auf den Schäfer Josua. Auf seinen Armen brachte er das entlaufene
Glockenlamm.
"Dann gehörst du zu uns.", sagte Efiriel, und bald darauf stieß auch der
Schäfer mit seinem Hirtenstab auf den Boden und rief: "nach Bethlehem, nach
Bethlehem!"
5. Dezember: ... Zeiten sind gekommen, und Zeiten sind verstrichen, und eine
Generation ist auf die andere gefolgt ... Anno 1789 bis 1703 oder Von
Halland
bis zum Öresund
Joachim will seine Eltern an Heilig Abend mit der gesammelten
Zettelgeschichte überraschen. Allerdings wächst deren Überraschung jetzt
schon mit jedem Tag,
an dem ihr Sohn ihnen die Kalenderbilder geschichts- und ortskundig und mit
einer blühenden Phantasie erläutert. An diesem Morgen entdeckt Joachim, dass
der Schäfer vorne auf dem großen Bild einen Hirtenstab in der Hand hält, der
vorher nicht zu sehen war. Wie kann das sein? Ist der Kalender wirklich
magisch?
Kann ein Bild von selber wachsen wie ein Hefebrötchen? Joachim öffnet die
fünfte Tür.. Das Bild zeigt ein Ruderboot. In dem Boot sitzen ein Hirte, ein
kleines Mädchen, das Schaf und das Lamm. Aus der Kathedrale von Lund ertönte
so wunderschöne Orgelmusik, dass Elisabet weinen musste, und sie lernte,
dass
auch die Musik von Johann Sebastian Bach wie ein kleiner Zipfel der
himmlischen Herrlichkeit ist. Eine Herrlichkeit, deren Genuss durch das
Erscheinen
des Pastors ein jähes Ende nimmt.
6. Dezember: ... aber ein Kamel kann sich dabei zusätzlich noch von einem
Ort zum andern bewegen, ungefähr so wie die Türme auf dem Schachbrett ...
Anno
1699 bis 1600 oder: Vom Öresund bis nach Korsør am Großen Belt
Gestern war Joachim mit Mama und Papa zum Weihnachtseinkauf in die Stadt
gefahren. Im Kaufhaus musste er daran denken, dass es vielleicht genau hier
war,
wo Elisabet vor vielen Jahren dem Stofflämmchen hinterhergelaufen war. Das
Bild hinter der sechsten Tür zeigt einen runden Turm. Am Ende des 15.
Jahrhunderts
setzten der Engel Efiriel, der Schäfer Josua, Elisabet und drei Schafe mit
einem Ruderboot über den Öresund. Als sie auf der dänischen Seite ankamen,
wartete
dort ein schwarzer Mann auf sie, der die kleine Elisabet mit seinen
Weisheiten während der Pilgerreise noch oft in Erstaunen versetzte.
7. Dezember: ... wir im Himmel haben das allerdings immer für eine gelinde
Übertreibung gehalten ... Anno 1599 bis 1504 oder: Von der Insel Fünen nach
Middelfart
Joachim grübelt: Der alte Buchhändler hatte gesagt, dass der Kalender
bestimmt handgemacht sei. War es dann nicht wahrscheinlich, dass der alte
Johannes
ihn gemacht hatte? Und wenn es so war, konnten dann nicht die Elisabet auf
dem Photo im Buchladen und die im Kalender ein und dieselbe Person sein? Als
er am nächsten Morgen aufwacht, wartet hinter der siebten Tür das Bild von
einem Schaf. Joachim faltet den Zettel auseinander. Der Engel Efiriel und
König
Kaspar hatten Elisabet Hansen, den Schäfer Josua und die drei Schafe über
den großen Belt gerudert. Die Engelsuhr zeigte, dass Jesus Geburt genau 1599
Jahre her war. Als sie die Insel Fünen betraten, entdeckte Elisabet oben bei
Schloss Nyborg ein Schaf. "Klar, das gehört zu uns", sagte Efiriel. Doch
Soldaten
aus dem Schloss rannten herbei und wollten die "Schafsdiebe" verjagen.
8. Dezember: ... ein Zipfel der himmlischen Herrlichkeit, der sich auf die
Erde verirrt hat ... Anno 1499 bis 1402 oder: Durch Jütland ins
mittelalterliche
Deutschland
Heute morgen wird Joachim von Mama geweckt. Er hat verschlafen. Aber damit
Mama nichts von den Zetteln merkt, muss die achte Tür bis nach der Schule
warten.
Doch auch jetzt wird er aufgehalten: Vor dem Gartentor wartet ein
Überraschungsbesuch auf ihn. Zu Hause öffnet er schnell den Kalender, bevor
Mama von
der Arbeit kommt. Das Bild zeigt einen Schäfer, der ein Lamm auf der
Schulter trägt. Elisabet war den Tränen nahe. Ihr Glockenlamm war
verschwunden. Seit
dem Kaufhaus rannte sie hinter ihm her, um sein weiches Fell zu streicheln,
und nun ging es zum zweitenmal verloren. Doch da brachte ein Mann das Lamm
zurück und reichte Josua die Hand.
9. Dezember: ... sie hatten nämlich ein feierliches Versprechen gebrochen
... Anno 1378 bis 1304 oder: Von Hamburg nach Hameln
Was hatte der alte Johannes im Weggehen gemurmelt? SABET - TEBAS? Joachim
schreibt die Wörter in ein Buch und rätselt den ganzen Nachmittag an ihnen
herum.
Am nächsten Morgen öffnet er die 9. Tür. Das Bild zeigt einen Flöte
spielenden Mann. Im Jahre 1378 drängten sich drei heilige Schafe und ein
Glockenlamm
in Hamburg über den Markt. Ihnen folgten zwei Schäfer. Dahinter versuchte
ein kleines Mädchen mit ihnen Schritt zu halten, und hinter dem Mädchen
folgte
ein Engel. Doch plötzlich stolperte das kleine Mädchen über die Deichsel
eines Karrens, während der Rest des Pilgerzuges den Marktplatz schon wieder
verließ.
10. Dezember: ... einige Sekunden später hob das, was Elisabet für einen
Vogel gehalten hatte, ab und flog in Schlangenlinien auf den Pilgerzug zu
... Anno
1299 bis 1272 oder: Von Paderborn nach Köln
Joachim wacht auf und öffnet gleich die zehnte Tür des magischen
Adventskalenders. Heute ist ein Bild von einem Engel auf einer
Kirchturmspitze dahinter.
Früh am Morgen, gegen Ende des 13. Jahrhunderts, kam der Pilgerzug nach
Paderborn. "Das ist die Bartholomäuskirche", sagte Efiriel. Auf der Spitze
des
Kirchturms sah Elisabet einen weißen Vogel sitzen, doch...
11. Dezember: ... viele Menschen bekommen doch einen Mordsschrecken, wenn
sie einen Engel des Herrn sehen ... Anno 1199 bis1119 oder Von Mainz nach
Basel
Mama und Papa haben doch tatsächlich die Geheimschatulle geöffnet, obwohl
sie ihm hoch und heilig versprochen hatten, niemals dort hineinzusehen. Auch
wenn
Joachim das sehr wütend macht, ist er doch ein bisschen erleichtert, dass er
seinen Eltern die Zettel jetzt nicht mehr verschweigen muss. Heute morgen
öffnet er die elfte Tür ganz in Ruhe, denn jetzt muss er keine Angst mehr
haben, Mama oder Papa könnten ihn auf frischer Tat ertappen. Das Bild zeigt
ein
Pferd und einen Reiter. Fünf Schafe, zwei Schäfer, zwei Engel, ein heiliger
König und ein kleines Mädchen eilten im Jahr 1199 durch das Rheinthal. Kaum
dass Umuriel am Flussufer ein Boot liegen sah, rannte er auch schon los. Und
diesmal fürchtete sich der Fährmann wirklich nicht vor der Engelsgestalt,
denn er hatte die Pilgerer schon erwartet.
12. Dezember: ... denn es ist totaler Quatsch, das Richtige zu glauben, wenn
es einen nicht dazu bringt, Menschen in Not zu helfen ... Anno 1079 bis 1045
oder: Entlang der Rhône und über den Alpenpass
Als Papa gestern von der Arbeit nach Hause kam, hat er das Photo von der
Frau vor dem Petersdom aus dem Buchladen mitgebracht. Und er hat
herausgefunden,
dass das Mädchen, das 1948 aus einem Norwegischen Kaufhaus verschwand,
Elisabet Hansen hieß. Konnte sie dieselbe Elisabet sein, die auf dem Photo
zu sehen
war? Inzwischen hat auch Papa ein paar dringende Fragen an Johannes. Als
Joachim am 12. Dezember die Augen aufmacht, stehen Papa und Mama schon vor
seinem
Bett. Gemeinsam öffnen sie den Kalender. Auf dem Bild ist ein Mann in einem
roten Kittel. Gerade erst hatte sich Balthasar dem Pilgerzug im Rheinthal
angeschlossen,
da eilten sie auch schon in Richtung Alpen. Die Engelsuhr zeigte das Jahr
1045 vor Christus. Hoch oben auf einem Bergpass wartete Cyrenius, ein
Landpfleger
aus Syrien. In seiner Hand hielt er ein Plakat mit der Aufschrift: "Nach
Bethlehem!" - "Wahrlich", sagte Efiriel, "dieser Wegweiser gehört zu uns."
Und
dieser Wegweiser birgt eine Überraschung für Elisabet.
13. Dezember: ... so, wie der Blitz über den Himmel jagt und für ein oder
zwei Sekunden einen Strom aus Licht über die Landschaft ergießt ... Anno 998
bis
904 oder: Vom Aostatal in die Po-Ebene
Als Joachim am 13. Dezember aufwacht, stehen seine Eltern bereits im Zimmer.
"Nun mach schon den Kalender auf", sagt Papa. Joachim fischt als erstes den
Zettel heraus. Dann betrachtet er das Kalenderbild. Es zeigt einen
Regenbogen. Während der Pilgerzug über den Sankt-Bernhard-Pass lief, dachte
Elisabet
über ihren Adventskalender nach. Hinter der 12. Tür war das Bild von einem
Kalender gewesen, der genauso aussah wie ihr großer Kalender. Aber die
Türchen
im kleinen Kalender ließen sich nicht öffnen. Kaspar verriet ihr die geheime
Botschaft, die sich dahinter verbarg.
14. Dezember: ... lange bevor noch der Zeigefinger des Kindes sich
ausstrecken konnte ... Anno 899 bis 800 oder: Von der Lombardei nach Padua
Hinter den Türchen in Elisabets winzigem Kalenderbild, das hinter der 12.
Tür vom großen Kalender zu sehen war, stand also, wie Kaspar verriet, JESUS,
ROMA,
AMOR und auch ELISABET und TEBASILE. Joachim wusste nun, was der alte
Johannes neulich im Weggehen vor sich hingemurmelt hatte: SABET - TEBAS, das
war
die Abkürzung von Elisabet, vorwärts und rückwärts. Wenn also Tebasile die
Spiegelschrift von Elisabet war, konnte dann dahinter nicht auch die gleiche
Person stecken? Am 14. Dezember zeigt das Bild ein Floß. Auf dem Floß sind
Menschen, Tiere und Engel zu sehen. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts segelten
Kaspar, Balthasar, Cyrenius, Josua, Jakob, eine kleine Schafherde, ein
kleines Mädchen, Umuriel und Efiriel auf einem Floß über den Po. Als sie
sich der
Stadt Padua näherten, erblickten sie einen Mann in einem blauen Kittel.
15. Dezember: ... fürchte dich nicht, sagte er mit seidenweicher Stimme ...
Anno 797 bis 718 oder: Von Venedig über Triest nach Kroatien
Am 15. Dezember denkt Joachim: "Nur noch 10 Tage bis Weihnachten". Und
jetzt, da er die Zettel aus dem Kalender jeden Morgen mit seinen Eltern
gemeinsam
lesen kann, ist jeder Tag bis Weihnachten wie Geburtstag haben. Inzwischen
brauchen Joachim und seine Eltern schon zwei Atlanten, einen neuen und einen
historischen, um die Reiserute der Pilgerer auf der Landkarte zu finden.
Heute zeigt das Bild Inselchen mit kleinen Häusern, und heute ist Papa mit
Lesen
dran. Im Jahre 797 vor Christus erreichte der Pilgerzug eine Gruppe von 118
Inseln. Efiriel erklärte, dass diese Inselgruppe bald Venedig heißen wird.
Plötzlich sahen sie einen kleinen Nachen über das Wasser fahren. Als der
Mann im Nachen die Pilgerer sah, erschrak er so sehr, dass er ins Wasser
fiel.
16. Dezember: ... als ob das Engelskind an einem heiligen Schluckauf litte
... Anno 688 bis 602 oder: Von Dalmatien nach Byzanz (Albanien)
Am Nachmittag fährt Joachim mit seinen Eltern in die Stadt. Papa hat
beschlossen, am Markt eine Pizza zu essen, um dort nach Johannes Ausschau
halten zu
können. Als er nicht auftaucht, fahren sie enttäuscht nach Hause zurück.
Immerhin haben sie von dem Buchhändler erfahren, dass Johannes aus Damaskus,
der
Hauptstadt Syriens stammt. "Vielleicht war Elisabet ja seine Freundin",
denkt Joachim laut. Und Mama fällt ein, dass hinter den Türchen in dem
winzigen
Kalender in Elisabets Adventskalender ja auch die Worte Roma und Amor
standen. Roma ist das lateinische Wort für Rom. In Rom vor dem Petersdom
wurde das
Photo von der jungen Frau gemacht, die laut dem Namen am Photorand auch
Elisabet heißt. Und Amor ist das lateinische Wort für Liebe. Hinter der 16.
Tür
verbirgt sich heute das Bild einer alten Burg. Fünf Schafe und zwei Lämmer
sprangen durch die Stadt Ragusa. Ihnen folgten drei Schäfer, zwei Weise,
zwei
Engel, ein römischer Landpfleger und ein kleines Mädchen aus Norwegen.
"Bekommt jetzt nicht den allerkleinsten Schrecken, denn vor 688 Jahren ist
ein spitzenmäßiger
Erlöser in Davids Stadt geboren. Und jetzt kommen wir aus allen Winkeln der
Welt, um ihn anzubeten," sagte Umuriel, und schwirrte dabei den vielen
Menschen
um die Köpfe, die die Pilgerschar endeckt hatten.
17. Dezember: ... sehr viel ist in Jesu Namen geschehen, was dem Himmel
überhaupt nicht gefällt ... Anno 599 bis 551 oder: Durch Mazedonien nach
Konstantinopel
Immer fiebriger rätseln Joachim und seine Eltern am "Weihnachtsgeheimnis".
Wenn Johannes aus Damaskus das Photo von der erwachsenen Elisabet in Rom
gemacht
hat, kann es dann nicht sein, dass sie dieselbe Elisabet Hansen ist, die
1948 aus einem norwegischen Kaufhaus verschwunden ist? Joachims Vater
befragte
die Polizei, ja sogar die Mutter von der verschwundenen Elisabet Hansen hat
er ausfindig gemacht. Doch auch sie weiß nichts über den Verbleib ihrer
Tochter.
Die 17. Tür hat Joachim zum Entsetzen seiner Eltern alleine geöffnet.
Diesmal enthält sie das Bild des ganzen Pilgerzuges. Zu dritt lesen sie was
auf dem
Zettel steht. Gestern war ein dritter Schäfer mit Namen Daniel zu den
Pilgern gestoßen. Heute zeigte die Engelsuhr schon 551 vor Christus. Der Zug
erreicht
Thessaloniki und schließlich Phillipi, wo sie schon lange erwartet wurden.
18. Dezember: ... Gottes Reich steht allen offen, auch denen, die ohne
Fahrkarte reisen ... Anno 495 bis 451 oder: Von Konstantinopel über den
Bosporus
Endlich hat Johannes angerufen. Er sagt, die Elisabet auf dem Photo nannte
sich auch Tebasile. Joachim hatte die Idee, dass sie sich vielleicht
Elisabet
Tebasile nannte, also beide Namen zugleich benutzte. Damit Joachim den
Kalender nicht wieder allein öffnen kann, steht Papa heute besonders früh im
Zimmer.
Hinter dem 18. Türchen ist ein Bild von einem Stab mit einer glänzenden
Goldkugel an der Spitze zu sehen. 494 nach Christus erreichten Elisabet und
die
anderen Pilgerer Konstantinopel, wo Kaiser Augustus sie mit einem dicken
Buch auf dem Arm bereits erwartete. Im Eilschritt reisten sie vorbei an der
größten
Kirchenversammlung in der Geschichte der Menschheit. Nun entbrannte auch im
Pilgerzug ein Streit.
19. Dezember: ... es machte ihm nämlich tierischen Spaß, den Leuten
Geschenke durchs Fenster zu werfen ... Anno 395 bis 322 oder: Durch
Kleinasien auf den
Spuren des Paulus
Im Pilgerzug war ein Streit darüber entbrannt, ob es wirklich Engel gäbe.
Ein unerhörte Frage, wie Umuriel, Serafiel und Efiriel fanden. Joachim und
seine
Eltern dagegen waren vor allem unterschiedlicher Meinung darüber, wie viele
Elisabets es denn nun eigentlich gab. Eine Elisabet lief mit einer
Pilgerschar
den weiten Weg durch fast zweitausend Jahre und von Norwegen nach Bethlehem.
Eine andere war 1948 bei einem Weihnachtseinkauf verschwunden, und eine
dritte
Elisabet war um 1960 vor dem Petersdom photographiert worden. Konnten die
drei ein und dieselbe Elisabet Hansen sein? Am 19. Dezember zeigt das Bild
einen
Mann mit einem weißen Bart, einem roten spitzen Hut und einem rotem Umhang.
Die Engelsuhr zeigte 322 vor Christus Geburt. Kapsar und Balthasar schlossen
ihren Freund Melchior glücklich in die Arme. Bevor es schnell weiter nach
Bethlehem ging, versprach Melchior der kleinen Elisabet, würden sie erst
noch
dem Weihnachtsmann "Guten Tag" sagen.
20. Dezember: ... schien plötzlich etwas vom Himmel zu fallen ... Anno 228
bis 1504 oder: Vom Taurusgebirge in die syrische Stadt Antochien
Joachim öffnet die Tür zum 20. Dezember. Das Bild zeigt einen Mann, der auf
dem Boden liegt und zu einem grellen Licht emporblickt. Auf ihrer
Pilgerreise
nach Bethlehem erreichten sieben Schafe, vier Schäfer, die Heiligen Drei
Könige, drei Engel des Herrn, Kaiser Augustus, der Landpfleger Cyrenius und
Elisabet
die Stadt Antochien. Efiriel erklärte, dass hier die erste Missionsreise des
Paulus begonnen habe.
21. Dezember: ... dass der See aussah wie eine blaue Porzellanschüssel mit
Goldrand..." Anno 195 bis 107 oder: Von Damaskus nach Nazareth
Gestern Nachmittag rief Frau Hansen, die Mutter der kleinen Elisabet, die
1948 aus einem norwegischen Kaufhaus verschwunden war, an. Joachims Vater
hatte
ihr eine Kopie von dem Photo geschickt, das der Blumenverkäufer Johannes von
einer jungen Frau namens Elisabet oder Tebasile in Rom gemacht hatte. Frau
Hansen sagt, dass die Frau auf dem Photo eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer
zweiten Tochter Anna habe. Heute morgen wird Joachim von Papa geweckt, der
es sehr eilig hat. Schnell öffnen sie den Kalender. Das Bild zeigt ein Dorf,
an einem glänzenden See. Das Dorf und die Hügel um den See liegen in Gold
gebadet. Auf den Spuren des Evangeliums erfuhr Elisabet so einiges über die
unzähligen Wundertaten des Jesus von Nazareth, und ehe sie sich versah, fiel
schon wieder etwas vom Himmel, und dieses Etwas hatte eine Trompete in der
Hand.
22. Dezember: ... er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig ...
Anno 91 bis 71 oder: Von Samaria über Jericho nach Jerusalem
Joachim zählt: Nur noch drei Tage bis Weihnachten, und noch drei Türen, die
im magischen Adventskalender zu öffnen waren. Heute zeigt das Bild einen
Mann,
der bis zur Taille in einem Fluss steht. Am Oberkörper trägt er nur einige
Lumpen. Der Pilgerzug, der inzwischen aus sieben Schafen, vier Schäfern, den
Drei Heiligen Königen, Kaiser Augustus, Cyrenius, fünf Engeln und der
kleinen Elisabet aus Norwegen bestand, hatte heiligen Boden betreten. Nur
wenige
Meter von der Stadt Davids entfernt, ritt ihnen ein Mann auf einem Esel
entgegen. Er hob Elisabet zu sich auf den Eselsrücken und erklärte, warum er
zu
ihnen gehörte.
23. Dezember: ... als ob das Engelskind an einem heiligen Schluckauf litte
... Anno 688 bis 602 oder: Von Dalmatien nach Byzanz (Albanien)
Endlich war es so weit. Johannes hatte sich für den Nachmittag zu einer
Tasse Kaffee eingeladen. Und deshalb denkt Joachim beim Aufwachen: "Jetzt
ist Weihnachten".
Das findet Papa auch, und hat sich den Tag frei genommen. Zusammen mit Mama
öffnen sie die vorletzte Tür. Das Bild zeigt einen Mann, der neben einem
Esel
geht. Auf dem Esel sitzt ein rot gekleidete Frau. Die Engelsuhr war im Jahre
Null stehengeblieben. Kurz vor Bethlehem steckte Kaiser Augustus sein Zepter
in den Boden und schlug sein Buch auf: "Ich befehle, dass sich alle ins
Volkszählregister eintragen lassen", sagte er feierlich. Und in der übrigen
Pilgerschar
machte sich nun eine gewisse Nervosität breit.
24. Dezember: .... wo die Sterne durch die Nacht leuchten wie die Funken
eines Feuers in der Ferne ... Bethlehem oder: Der Beginn der christlichen
Zeitrechnung
Gestern Nachmittag hatte Johannes Joachim und seinen Eltern erzählt, wie er
dazu gekommen war, den magischen Adventskalender zu basteln. Beim Abschied
sagte
er zu Joachim, dass er morgen vielleicht noch einmal vorbeischauen würde.
Joachim konnte es kaum aushalten, den ganzen Tag auf Heilig Abend zu warten.
Er hatte Johannes versprochen, die letzte Tür erst zu öffnen, wenn das Fest
begann. Jetzt läuten die Kirchenglocken, und zum letzten Mal setzen sich
Joachim
und seinen Eltern aufs Bett. Hinter der letzten Tür, auf der vorne die
Krippe zu sehen war, zeigt das Bild eine Felshöhle. Als es schon Nacht
geworden
war, schlichen sieben Schafe, vier Hirten, fünf Engel des Herrn, die Drei
Heiligen Könige, ein römischer Kaiser, ein Landpfleger aus Syrien und ein
kleines
Mädchen aus Norwegen durch die dunklen Gassen Bethlehems. Plötzlich zerriss
der Schrei eines Neugeborenen die Stille.
Mit:
Joachim: Nicolas Kwasniewski
Mama: Christiane Leuchtmann
Papa: Friedhelm Ptok
Der alte Johannes: Manfred Steffen
Elisabet: Dorothea Sell
Elisabets Mutter: Katrin Klein
Kaspar: Helmut Krauss
Josua: Helmut Lange
Melchior: Horst Bollmann
Cyrenius: Ilja Richter
Kaiser Augustus: Hans-Peter Hallwachs
Herbergswirt: Peter Fricke
Erzähler: Gerd Wameling
Efiriel: Verena von Behr
Umuriel: Konrad Bösherz
Evangeliel: Helmut Ahner
Serafiel: Christian Brückner
1. Soldat: Harald Warmbrunn
2. Soldat: Günter Zschäckel
3. Soldat: Veit Schubert
Cerubiel: Michael Schweighöfer
Balthasar: Jürgen Thormann
Nikolaus: Dietrich Körner
Daniel: Hermann Ebeling
Venezianer: Hans Peter Reinecke
Isak: Kaspar Eichel
Jacob: Axel Werner
Lombarde: Hans Peter Reinecke
1. Mönch: Wolfgang Sörgel
2. Mönch: Viktor Deiß
3. Mönch: Horst Lampe
Mönch: Wolfgang Dehler
Grenzposten: Harald Warmbrunn
Nachtwächter: Hans Peter Reinecke
Marktfrau: Erika Grajena
Jacob: Axel Werner
Soldat: Harald Warmbrunn
Fährmann: Hermann Naber
Pastor: Horst Giese
Buchhändler: Wolfgang Condrus
Wie aus der Inhaltsangabe schon hervorgeht handelt es sich um eine Art
akustischen Adventkalender mit 24 Kapiteln. Es gibt allerdigns einen
Unterschied zu den diversen anderen Versuchen solche akustischen
Adventkalender zu konstruieren, durch welchen sich diese Produktion
wohltuend abhebt. Während beispielsweise beim Adventkalender von Benjamin
Blümchen alles auf eine CD gepreßt wurde, wodurch für den einzelnen Tag kaum
ausreichend Zeit blieb und speziell der hielige Abend viel zu kurz
umschrieben wurde hat man hier gleich 6 CDS produziert und für jeden Tag
eine angemessene Länge zur Verfügung gestellt.
Zu den Sprechern brauceh ich wohl nichts mehr zu sagen, weil die Liste der
Namen ja ohnehin schon sagt, dass hier nur Topkaliber am Werk sind.
Besonders toll finde ich Helmut Lange als Hirte Josua.
Neben den perfekten Sprechern und dem tollen Inhalt zeichnet sich dieses
Hörspiel auch durch eine hervoragende musikalsiche Untermalung aus, welche
perfekt zu den Texten passt.
Langer Rede kurzer Sinn: Wer dieses spitzenmäßige Hörspiel noch nicht hat
sollte meiner Meinung nach unbedingt dafür sorgen, dass er es unter dem
nächsten Weihnachtsbaum vorfindet!
Wenn ich es morgen schaffe stelle ich euch noch ein tolles
Weihnachtshörspiel von Gaarder vor.
Detail am Rande: Irgendwie scheinen Gaarder und der Hörverlag perfekt
zusammenzupassen. Ich habe heir 5 Gaarderhörspeile, von denen 3 vom
Hörverlag stammen. Während die Hörverlagproduktionen alle spitzenklasse sind
sind die anderen Beiden zu trocken bzw in einem Fall sogar total daneben
gegangen!
L.G. und frohe Weihnachten!
Daniel