[ECHO] Pumuckl und das Ostergeschenk
daniel miskulnig
daniel.miskulnig at chello.at
Son Apr 16 15:24:08 CEST 2006
Hallo Liste,
Hier die versprochene Vorstellung des Osterhörspieles, welches heute auch im
BR ausgestrahlt wurde. Das Besondere an diesem Hörspiel ist, dass es nie auf
LP produziert wurde.
inhalt:
Der Lehrjunge Stephan ist länger als die zunächst vereinbarten vier Wochen
beim Meister Eder geblieben, und nun ist Ostersonntag. Meister Eder hat
seinem
Lehrling als Geschenk einen Schemel geschreinert. Als der Schreinermeister
und sein Kobold auf den Stephi warten, schlägt der Pumuckl vor, den Schemel
doch zu verstecken. Nachdem er aber kein passendes Versteck findet, schlägt
Meister Eder vor, den Schemel einfach unter den Tisch zu stellen. So offen
hingestellt würde Stephi niemals vermuten, daß der Schemel für ihn sei. Der
Pumuckl ist von dieser Idee nicht sehr begeistert, kann aber kein besseres
Versteck finden.
Währenddessen bereitet Stephan zu Hause ein kleines Geschenk mit Süßigkeiten
für Meister Eder vor. Da ihm der Schreinermeister immer von seinem Kobold
erzählt
hat, packt er auch einen Scherzartikel, "ein Stück Pumuckelei", mit ein: ein
Bällchen mit einem Schlauch zum Pumpen daran. Unter einen Teller gelegt,
kann
man den Teller so zum Wackeln bringen. Stephis Vater kommt hinzu, und wir
erfahren, daß Stephi nach Ostern ein Internat besuchen wird. Seine Arbeit in
der Schreinerwerkstatt muß er deswegen aufgeben. Stephi selbst fühlt sich
äußerst unwohl bei dem Gedanken, nicht mehr bei Meister Eder zu arbeiten, er
würde am liebsten in der Werkstatt bleiben.
In der Wohnung von Meister Eder beginnt Stephi mit der Suche nach seinem
Geschenk. Wie der Schreinermeister vorausgesagt hat, sieht Stephi zwar den
Schemel
unter dem Tisch, nimmt aber nicht an, daß das sein Geschenk ist. Eder freut
sich: "Ätsch, Pumuckl!" Natürlich freut sich Stephi riesig über das
Geschenk.
Als ihm Eder vorschlägt, als nächstes gemeinsam einen Stuhl für Stephis
Zimmer zu schreinern, weicht dieser zunehmend aus. Man merkt deutlich sein
Unbehagen,
dem Schreiner mitzuteilen, daß er ins Internat muß.
Nun ist Stephi dran, das Geschenk für Meister Eder zu verstecken. Eder weist
ihn darauf hin, daß er es sofort finden wird, weil der Pumuckl ja zusieht,
wenn er es versteckt. Stephi, der natürlich nicht an den Kobold glaubt,
versteckt es schließlich in einer Vase. Als Meister Eder nach dem Hinweis
vom Pumuckl
sofort auf die Vase deutet, erschrickt Stephi, meint aber, er habe die Vase
anders hingestellt, deswegen war es offensichtlich. Stephi schlägt vor, das
Geschenk erneut zu verstecken; wenn der Schreinermeister es wieder sofort
findet, glaubt auch er an den Pumuckl. Stephi läßt das Geschenk an dem
Versteck
in der Vase; er vermutet, Eder wird dort nicht mehr suchen. Eder geht
derweil in die Werkstatt - gefolgt vom Pumuckl, weil er ja so gerne
Ostergeschenke
sucht! Außerdem will der Kobold gar nicht, daß der Stephi ihn für real hält:
"Erst am allerletzten Tag mach ich ganz viel Pumuckelei!"
Dem Schreinermeister Eder - und dem Pumuckl - bleibt nun nichts anderes
übrig, als das Geschenk zu suchen. Während sie suchen, kommt Frau Eichinger,
die
Zugehfrau. Sie bringt Meister Eder einen Strauß Blumen, und wundert sich,
daß auch Stephi da ist. "Ja so an Moasta gibt's net no amal, der seim
Lehrbuam
glei an Schami macht!" stellt sie fest. Eder lobt ihn in den höchsten Tönen
vor Frau Eichinger. Dem Stephi selbst wird es darauf so unangenehm, daß er
sich verabschiedet und nach Hause geht - ohne daß Meister Eder sein Geschenk
gefunden hat. Frau Eichinger greift die Vase, ohne hineinzuschauen, stopft
die Blumen hinein, und läßt sie voll Wasser laufen. Der Pumuckl sucht noch
immer nach dem Geschenk, kann es aber (verständlicherweise) nicht mehr
finden.
Stephis Vater ermahnt ihn zu Hause erneut, Meister Eder bescheid zu sagen.
Er macht ihm klar, daß Stephi dies selbst und persönlich tun muß: "Sei ein
Mann,
Stephan!"
Als Stephi wieder zum Meister Eder kommt, entdeckt er die Blumen in der Vase
mit dem Geschenk. Als sie das Geschenk herausfischen, sind die ganzen
Süßigkeiten
unbrauchbar, aber der Scherzartikel funktioniert noch. Stephi beichtet unter
Tränen, daß er nicht länger in der Werkstatt arbeiten kann. Eder versucht,
ihn zu trösten und zu ermutigen. Als der Pumuckl erkennt, daß dies Stephis
letzter Tag ist, beginnt er, Geschirr und Besteck hinunterzuwerfen. Stephi
denkt
jedoch, daß Meister Eder dies mit seinem Ostergeschenk veranstaltet - er
glaubt immer noch nicht an den Kobold, verspricht aber, in den Ferien wieder
zu
kommen. Der Pumuckl ist am Ende doppelt begeistert: Über Stephis Geschenk
freut er sich ebenso wie darüber, daß jetzt sein Bett und Kommode wieder in
die
Werkstatt dürfen.
Anmerkungen: Bei der Bewertung dieser Folge muß auch bedacht werden, dasss
sie vor rund 35 Jahren produziert wurde. Damals herrschte wohl allgemein die
Ansicht, dass der Sohn des Rektors gefälligst "was gscheites werden muß".
Stephans Vater (diese Roplle wird übrigens vom Hotzenplotzerzähler Baur
gespielt) scheint es zwar gut mit seinem Sohn zu meinen, aber kein
Verständnis für Gefühle zu haben. Dies kann meiner Meinung nach als typisch
für die Nachkriegsgeneration gewertet werden.
Alles in allem kann ich verstehen, dass diese Folge nie auf LP produziert
wurde.
Sie hätte nirgends vernünftig dazugepasst und die darin an den Tag gelegte
denkweise war bereits bei der Produktion der ersten LPS ein bißchen aus der
Mode. (Bei der Folge mit der Gummiente hat man deshalb ja auch den Schluss
ein bißchen umgeändert).
Frohe Ostern
Daniel