[ECHO] Hörspiele bei MDR FIGARO im April 2006
Ronny Rahde
ronny.rahde at blindzeln.de
Sam Apr 1 23:41:50 CEST 2006
Hörspiele bei MDR FIGARO im April 2006
FIGARINOS KINDERHÖRSPIEL
Sonntag, 02.04.; 08.05 Uhr
Kinderhörspielpreis des MDR-Rundfunkrates 2006:
BEFEHL IST BEFEHL!
Leben auf einem Nazi-Internat
Feature von Sandra Doedter
WDR 2005- 40’00
Sonntag, 09.04.; 08.05 Uhr
Kinderhörspielpreis des MDR-Rundfunkrates 2006:
DAKOTA PINK
Nach dem von Philip Ridley
SWR 2004- 51'20
Freitag, 14.04. (Karfreitag); 08.05 Uhr
WUNDER MIT HUHN
von Ute Kleeberg
Musikalische Lesung mit Christian Brückner
Edition Seeigel/SWR 2003- 53’00
Sonntag, 16.04. (Ostersonntag); 08.05 Uhr
MARTA-MARIA AUF DEM SPIEGELSCHRANK
von Albert Wendt
MDR/WDR 2001- 42’26
Montag, 17.04. (Ostermontag); 08.05 Uhr
MARTA-MARIA AUF DEM MÜLLSACK
von Albert Wendt
MDR/WDR 2001- 40’43
Sonntag, 23.04.; 08.05 Uhr
PRINZ UND BETTELKNABE
von Mark Twain
Rundfunk der DDR 1880- 50’29
Sonntag, 30.04.; 08.05 Uhr
von Samuil Marschak
DAS KATZENHAUS
Deutsche Schallplatten Berlin 1987- 41’30
KRIMI
Sonntag, 02.04.; 22.00 Uhr
Zum 1. Todestag von Harald Juhnke am 1. April:
UNBESCHOLTEN
von Gerhard Niezoldi
WDR 1968- 58’20 / MONO
Sonntag, 09.04.; 22.00 Uhr
MORDSPIEL
von Holger Siemann
RBB 2004- 53’03
Sonntag, 16.04.; 22.00 Uhr
STILLLEBEN IN EINEM GRABEN
von Fausto Paravidino
ca. 55’00 / ERSTSENDUNG- MDR 2006
Sonntag, 23.04.; 22.00 Uhr
DER VERSCHWUNDENE MAESTRO
von Mike McSorley
MDR 1996- 59’32
Sonntag, 30.04.; 22.00 Uhr
Zum 75. Geb. von Helmut H. Schulz am 26. April: GEISTERGELD
von Helmut H. Schulz
Rundfunk der DDR 1981- 27‘40
TOTE BRUNNEN
von Helmut H. Schulz
Rundfunk der DDR 1989- 28’30
HÖR-SPIEL-ZEIT
Dienstag, 04.04.; 22.00 Uhr
Zum 1. Todestag von Papst Johannes Paul II. - Karol Wojtyla am 2. April:
DER BRUDER UNSERES GOTTES
von Karol Wojtyla
ORF/WDR/DRS 1982- 84’50
Dienstag, 11.04.;22.00 Uhr
1200 Jahre Halle:
DER BESUCH DES LEIBARZTES
von Per Olov Enquist
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
NDR/ SWR 2002- 72’12 - Teil 1/2
Freitag, 14.04.; 15.00 - 16.15 Uhr
DIE ANDERE UND ICH
von Günter Eich
SDR 1952- 71'00
(Hörspielpreis der Kriegsblinden 1953)
Freitag, 14.04. (Karfreitag); 22.30 Uhr
VERWEHTE SPUREN
Nach einer wahren Begebenheit von Hans Rothe
NDR 1958- 53’30
Dienstag, 18.04.;22.00 Uhr
1200 Jahre Halle:
DER BESUCH DES LEIBARZTES
Nach dem Roman von Per Olov Enquist
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
NDR/ SWR 2002- 66’35 - Teil 2/2
ORF/WDR/DRS 1982
Dienstag, 25.04.; 22.00 Uhr
Zum 80. Geburtstag von Gerhard Rentzsch:
DER ALMANACH
von Gerhard Rentzsch
Rundfunk der DDR 1978- 50’03
Anschließend:
STEPHAN GÖRITZ IM GESPRÄCH MIT DEM DRAMATURGEN UND AUTOR GERHARD RENTZSCH
18'50 - Funkhaus Berlin 1991
Sonntag, 02.04.; 08.05 Uhr
Figarinos Kinderhörspiel
Kinderhörspielpreis des MDR-Rundfunkrates 2006:
BEFEHL IST BEFEHL! ab 10 Jahren
Leben auf einem Nazi-Internat
Feature von Sandra Doedter
Dauer: 40’00
Moderation: Christian Schruff
Regie: Axel Pleuser
Produktion: WDR 2005
War Opa ein Nazi? Zumindest war er für drei Jahre in einem Nazi-Internat. In
dieser Sendung geht es um die Napola-Schüler, die an die Sache der Nazis
geglaubt haben, trotz des harten Drills.
Moritz zweifelt: War Opa ein Nazi? Schließlich war er drei Jahre lang auf
einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt, einem Nazi-Internat. Drei
Jahre, in denen er wie ein Soldat behandelt wurde: ein Leben nach der
Trillerpfeife, in Reih und Glied, Tag für Tag in Uniform. Mit dem Befehl,
widerspruchslos zu gehorchen. Damit er später einmal Hitlers Befehle
ausführte.
Hätte Opa sich nicht wehren müssen, gegen die Ungerechtigkeiten und die
Brutalität der Nazis, die er auf der Napola erlebt hat? Moritz kann seinen
Großvater nicht mehr fragen, er ist vor ein paar Jahren gestorben. Aber
seine Mutter erzählt, was sie von Opa und anderen Napola-Schülern über das
Leben der Jungen auf dem Internat erfahren hat. Sie kann Moritz begreifbar
machen, was es für einen Jungen bedeutet hat, auf eine Napola zu gehen. Und
wie es dazu kam, dass Napola-Schüler an die Sache der Nazis geglaubt haben -
auch, wenn sie selbst gelitten haben und es viele von ihnen das Leben
gekostet hat.
In dem Feature von Sandra Doedter kommen drei ehemalige Napola-Schüler zu
Wort. Sie erzählen von ihren Erlebnissen und wie sie heute zu der Zeit auf
den Internaten der Nationalsozialisten stehen.
Sonntag, 02.04.; 22.00 Uhr
Kriminalhörspiel
Zum 1. Todestag von Harald Juhnke am 1. April:
UNBESCHOLTEN
von Gerhard Niezoldi
Dauer: 58’20 / MONO
Regie: Fritz Peter Vary
Produktion: WDR 1968
Mitwirkende:
Franz Harald Juhnke
Schröder Gerd Baltus
Untersuchungsrichter Wolfgang Engels
Irene Annelie Jansen
Toni Katja Lüdenbach
Kuntze Alois Garg
Direktor Wilhelm Grimm
Doris Wiltrud Fischer
Beamter Werner Hessenland
Schaffner Heinz Schacht
Wirtin Inge Schmidt u.a.
Schon in seinem Hörspiel „Mackenzies Messer“ beschäftigte sich Niezoldi mit
dem Thema „Aggression“. Nun greift er es ein zweites Mal auf. In diesem Fall
handelt es sich jedoch nicht um die wohlbekannte offene Aggression gegen
Außenseiter, sondern um die versteckte des angepassten Menschen, der
scheinbar ruhig dahinlebt. Ein braver Bürger, beliebt und geschätzt bei
Freunden und Kollegen und natürlich „unbescholten“, verabscheut sein
Mitläufertum. Unfähig auszubrechen, bringt ihm seine Anpassungsgabe nicht
Ruhe ein, sondern Konflikte.
Gerhard Niezoldi, geboren 1921, studierte nach dem Krieg Germanistik und
Philosophie in Greifswald und Tübingen. Seit 1959 war er Dramaturg, später
Hörspielchef beim RIAS Berlin.
Harald Juhnke, wird als Harry Heinz Herbert Juhnke am 10.06.1929 als Sohn
eines Polizeibeamten in Berlin-Wedding geboren. Nach dem Abitur
Schauspielunterricht, 1948 erster Bühnenauftritt im Haus der Kultur der
Sowjetunion (Maxim-Gorki-Theater) in der Rolle eines jungen Offiziers. 1950
erstes Engagement am Theater Neustrelitz. Von dort wechselte Juhnke an die
Freie Volksbühne in Berlin. Später hat er verschiedene Engagements als
freischaffender Schauspieler in Hamburg, Köln, Düsseldorf und München. 1966
erntet er in München Publikums- und Kritikerlob in der Rolle des Liebhabers
in dem Boulevardstück "Jungfrau auf dem Wolkenkratzer".
In den 50er Jahren entdeckt Carl Fröhlich den Schauspieler für den Film.
1953 steht Juhnke für "Drei Mädchen spinnen" erstmals vor der Kamera und
dreht dann über 70 Kinofilme. In den 70er Jahren kommt der Entertainer zu
breiter Popularität als Serienstar vor allem durch das Fernsehen. Er spielte
u.a. in den Serien "Ein Mann für alle Fälle" sowie "Ein Mann will nach
oben". 1977 - 1980 begeistert er das Publikum mit der Unterhaltungsreihe
"Ein verrücktes Paar". 1979 übernimmt Juhnke als Nachfolger des verstorbenen
Peter Frankenfeld die Moderation der ZDF-Sendung "Musik ist Trumpf". 1981 -
1984 spielt er in der Serie "Leute wie du und ich", 1981 in der ZDF-Komödie
"Es bleibt in der Familie".
Nebenher fand Juhnke immer wieder Zeit für Bühnenengagements, z. B. 1981 in
"Happy End" (Brecht/Weill) am Münchner Residenztheater.
1986 übernimmt Juhnke in der Vorabend-Serie "Drei Damen vom Grill" die Rolle
des Trödelhändlers Ottmar Kinkel und in der NDR-Sketchreihe "Harald & Eddie"
brilliert er gemeinsam mit Eddi Arent. 1987 festes Engagement am Berliner
Renaissance-Theater. 1987 spielt Juhnke den Archie Rice in Osbornes "Der
Entertainer". 1990 steht er in Molières "Der Geizige" auf der Bühne.
1992/1993 feiern die Berliner Kritiker und das Theaterpublikum Juhnke sowie
seine Partnerin Hannelore Hoger in Peter Turrinis "Alpenglühen".
1992 kehrt Juhnke auf die Leinwand zurück, mit der Nebenrolle des
Ressortleiters Kummer in Helmut Dietls Film "Schtonk", für die er 1993 mit
dem Ernst-Lubitsch-Preis geehrt wird.
1995 übernimmt Juhnke die Hauptrolle in Tom Toelles TV-Verfilmung des
Hans-Fallada-Romans "Der Trinker". Er spielt die Hauptrolle im "Hauptmann
von Köpenick", den Katharina Thalbach im Januar 1996 am Berliner
Maxim-Gorki-Theater inszeniert und ist 1997 in Frank Beyers Neuverfilmung
der zuckmayerschen Tragikomödie ebenfalls als Schuster Voigt zu sehen.
Seit 1979 stellten Alkoholprobleme Juhnkes Karriere immer wieder in Frage,
immer wieder schaffte der Vollblutkomödiant jedoch sein Comeback. Von 2001
an lebte der demenzkranke Entertainer in einem Pflegeheim in Rüdersdorf bei
Berlin, wo er am 1. April 2005 im Alter von 75 Jahren starb.
Dienstag, 04.04.; 22.00 Uhr
Hörspiel
Zum 1. Todestag von Papst Johannes Paul II. - Karol Wojtyla am 2. April:
DER BRUDER UNSERES GOTTES
von Karol Wojtyla
Übersetzung aus dem Polnischen: Theo Mechtenberg
Hörspielbearbeitung: Friedhelm Ortmann
Dauer: 84’50
Ton: Ernst Köhler
Komposition: Enno Dugend, (1915-1980)
Regie: Friedhelm Ortmann
Produktion: ORF/WDR/DRS 1982
Mitwirkende:
Stanislaus Thomas Stroux
Hubert Clemens Eich
Helene Erika Mottl
Helenes Mann Helmut Schleser
Sebastian Otto Clemens
Max Rudolf Melichar
alte Frau Gaby Banschenbach
Helmut Schleser Helenes Mann
Frau Susi Hermann
Theologe Detlev Eckstein
alter Mann Erich Schwanda
Lucian Karlheinz Hackl
Mann Viktor Handlos
Mutter Elisabeth Epp
Georg Fritz von Friedl
1. Stimme Curth Anatol Tichy
2. Stimme Helmut Rühl
Stadtbote Otto Bolesch
Priester Eduardo Sanchez, Romana Klotz, Paul Hoffmann
Adam Chmielowski Paul Rudolph, Erna Böhm, Siegfried Wischnewski
Marynia Helmut Ryba, Horst Koch, Ida Krottendorf
Unbekannter Thomas Holtzmann
Stefan Michael Janisch
Max Rudolf Meuchar
Josef Herbert Probst
Victor Jürgen Wilke
Onkel Herbert Propst
Stephan Michael Janisch
Viktor-Antoni Jürgen Wilke
Erzähler Ernst Meister
Die Geschichte einer inneren Berufung, die mit einem unverkennbar
autobiographischen Hintergrund verbunden ist: die Titelfigur, der polnische
Maler und Freiheitskämpfer des 19. Jahrhunderts Adam Chmielowsky (1848 -
1916), findet über die Kunst zu seiner religiösen Berufung.
Papst Johannes Paul II., wurde am 18. Mai 1920 als Karol Wojtyla in Wadowice
<http://de.wikipedia.org/wiki/Wadowice>, einer Kleinstadt bei Krakau
<http://de.wikipedia.org/wiki/Krakau> geboren. Seine Mutter starb, als Karol
neun Jahre alt war. 1938 <http://de.wikipedia.org/wiki/1938> zog er mit dem
Vater nach Krakau, wo er ein Polonistikstudium an der philosophischen
Fakultät der Jagiellonen-Universität aufnahm. Er nahm am Theaterunterricht
teil und gehörte zur Gruppe "Studio 39" um Tadeusz Kulinský.
Nach dem Ausbruch des Krieges begann die Gestapo im November 1939 mit der
Verhaftung polnischer Professoren, weshalb Karol Wojty?a seine Studien
abbrechen musste. Von Oktober 1940 bis August 1944 arbeitete er im
Steinbruch von Zakrzówek und in der Sodafabrik "Solvay", was ihn vor der
Deportation in ein Arbeitslager nach Deutschland rettete.
1942 trat er dem illegalen Seminar des Krakauer Erzbistums und der ebenso im
Untergrund arbeitenden Theologischen Fakultät der Jagellonen-Universität
bei. Karol Wojty?a führte bis 1946 als Assistent Seminare zur Geschichte des
Dogmas. Am 1. November 1946 wurde er von Erzbischof Kardinal Sapieha zum
Priester geweiht. Im gleichen Monat fuhr er nach Rom, um dort sein Studium
an der päpstlichen Universität Angelicum fortzusetzen. 1948 kehrte er nach
Polen zurück und wurde Vikar in der Gemeinde Niegowi?. Im März 1949 wurde
Wojty?a nach Krakau in die Gemeinde des Heiligen Florian versetzt.
Ab 1953 <http://de.wikipedia.org/wiki/1953> lehrte Wojty?a als Professor
<http://de.wikipedia.org/wiki/Professor> für Moraltheologie
<http://de.wikipedia.org/wiki/Moraltheologie> an der Theologischen Fakultät
in Krakau und bekam 1954 <http://de.wikipedia.org/wiki/1954> einen
Lehrauftrag für Philosophie und Sozialethik
<http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Soziallehre> an der Katholischen
Universität
<http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Universit%C3%A4t_Lublin> von
Lublin <http://de.wikipedia.org/wiki/Lublin>, wo er 1955 auch habilitierte
<http://de.wikipedia.org/wiki/Habilitation>.
Am 28. September 1958 wurde er zum Bischof von Krakau geweiht. 1964 wurde er
zum Erzbischof und 1967 zum Kardinal erhoben. Als Johannes Paul II. wurde er
am 16. Oktober 1978 beim Konklave in der Sixtinischen Kapelle zum Papst und
Bischof von Rom gewählt. Damit war er der erste nicht-italienische Papst
seit 1523 sowie der erste slawische Papst der Kirchengeschichte und mit 58
Jahren der jüngste Papst seit Pius IX.
<http://de.wikipedia.org/wiki/Pius_IX.>
Johannes Paul II. wurde oft der reisende Papst genannt. Er führte zum ersten
Mal in der Geschichte der Kirche gemeinsame Gebetszirkel für alle
Konfessionen ein, nahm den Dialog mit den Juden auf und war auf über 200
Auslandsreisen, darunter häufig in Polen. Seit 2002 verschlechterte sich der
Gesundheitszustand von Johannes Paul II. sichtlich. Im Alter von 84 Jahren
verstarb Papst Johannes Paul II. am Abend des 2. April
<http://de.wikipedia.org/wiki/2._April> 2005
<http://de.wikipedia.org/wiki/2005> in seinen Privaträumen im Vatikan.
Sonntag, 09.04.; 08.05 Uhr
Figarinos Kinderhörspiel
Kinderhörspielpreis des MDR-Rundfunkrates 2006:
DAKOTA PINK
Nach dem von Philip Ridley
Übersetzung: Sigrid Ruschmeier
Hörspielbearbeitung: Dagmar Schnürer
Dauer: 51'20
Regie: Axel Pleuser
Produktion: SWR 2004
Mitwirkende:
Dakota Pink Julia Hummer
Mutter Lucy Pink Kornelia Boje
Sirup Huhn Julia Richter
Leander Brent Matthias Habich
Axel Fliege Steffen Schult
Medusa Verena von Behr
Nachbarin Gertraud Heise
Dakota Pink ist zehn Jahre alt, frech wie Rotz und Meisterin im Weitspucken.
Und nebenbei erfindet sie für ihre Freundin Sirup Huhn noch die
ausgefallensten Schimpfwörter. Dakotas Mutter Lucy verlässt ihren rollenden
Sessel nicht mehr, seitdem ihr Mann sie verlassen hat. Ihr Untermieter, der
eitle Fatzke Axel Fliege, piesackt Dakota, wo er nur kann. Die abgetakelte
Möchtegern-Hollywoodschauspielerin Medusa fährt einen Einkaufswagen mit
Kohlblättern spazieren und muss immer unbedingt genau sehen, wer in den
weißen Mietshäusern ein neues Schmuckstück trägt. Und in einer mit
Stacheldraht und Glassplittern bewehrten Festung lebt einsam und
abgeschieden Leander Brent, der Bestsellerautor, den noch nie jemand zu
Gesicht bekommen hat. Dakotas unbändiger Abenteuerlust ist es zu verdanken,
dass wir erfahren, was sich hinter all diesen Geheimnissen verbirgt.
Sonntag, 09.04.; 22.00 Uhr
Kriminalhörspiel
MORDSPIEL
von Holger Siemann
Dauer: 53’03
Ton: Martin Seelig
Regie: Christa Kowalski
Produktion: RBB 2004
Mitwirkende:
Autor Axel Wandtke
Seidel Thomas Schmidt
Höppner Klaus Manchen
Fatima Antje von der Ahe
Müller Tilo Prückner
Niedernolte Stefan Kaminski
Bolz Martin Seifert
Hartwig Volkmar Kleinert
Gisela Ursula Staak
Telefonstimme Ursula Werner
Berger Horst Weinheimer
Pamina Simone Grunert
Ausrufer Jens-Uwe Bogadtke
Ein ehemaliger Krimi-Autor will sich ganz der hohen Dichtkunst widmen. Doch
dabei stören ihn seltsame Stimmen; zwei von ihm erfundene Figuren aus einem
alten Kriminalhörspiel, die Kommissare Höppner (Ost) und Seidel (West),
verlangen heftigst nach einem neuen Fall. Die Telefonseelsorgerin rät dem
bedrängten Autor darauf einzugehen, um nicht Opfer solcher "autoriellen
Rollenphobie" zu werden. Wütend erfindet er einen besonders vertrackten
Mordfall - in der Tiefgarage des Hotels Adlon liegt die Leiche von Gerhard
Berger, genannt der Fitzgaraldo von Berlin, der seit Jahren die Deutsche
Oper kaufen wollte. Verdächtig sind ein alter 68er, ein neureicher Bayer und
ein ehemaliger Stasimann. Die Aufklärung des Falls verläuft allerdings
schwierig, denn Höppner und Seidel verfolgen dabei ihre eigenen Interessen
und pfuschen dem Autor kräftig ins dichterische Handwerk.
Holger Siemann, geboren 1962 in Leipzig, studierte nach seiner Armeezeit
Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin, war zwischen 1989 und 1991
Schauspieler, unter anderem im Berliner "Theater im Palast". Seitdem ist er
Jura-Student, Familienhelfer und Autor. Siemann lebt in Berlin. Seine
bekanntesten Hörspiele sind "Desmoto" (1995), "Mein Leben als Toter" (1997),
"Wer nicht hören will, muss sterben" (2001) sowie "Der wahre Patschorke"
(2003).
Dienstag, 11.04.;22.00 Uhr
Hörspiel
1200 Jahre Halle:
DER BESUCH DES LEIBARZTES
von Per Olov Enquist
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Teil 1 /2
Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele
Dauer: 72’12
Ton: Gerd-Ulrich Poggensee
Regie: Walter Adler
Produktion: NDR/ SWR 2002
Mitwirkende:
Erzähler Hans-Peter Hallwachs
Struensee Ulrich Matthes
Christian VII. Andreas Pietschmann
Guldberg Felix von Manteuffel
Caroline Alexandra Henkel
Reverdil Siegfried W. Kernen
Graf Reventlow Dietmar Mues
Stiefel-Caterine Catrin Striebeck
Königinwitwe Jutta Hoffmann
Graf Rantzau Hermann Lause
Diderot Fritz Lichtenhahn
Brandt Helmut Zhuber
Keith Friedhelm Ptok
König Friedrich V. Franz-Josef Steffens
Sprecher Peter Bieringer
Weibliche Stimme Anne Moll
Als Physikus und Armenarzt von Altona revolutionierte er die Medizin, und in
Dänemark hätte er fast eine friedliche politische Revolution zuwege
gebracht: Johann Friedrich Graf von Struensee, Aufklärer, Freidenker,
Humanist, 1737 in Halle an der Saale geboren. 1768 beordert man ihn an den
dänischen Hof, wo er Christian den VII. betreuen soll. Eine
unbarmherzig-strafende Erziehung hat aus dem einstigen Kronprinzen einen
stammelnden, verstörten Monarchen gemacht. Christian fasst schnell Zutrauen.
Während er sich mehr und mehr in seine Innenwelten zurückzieht, überträgt er
Struensee fast alle politische Macht. Doch dem Hof, allen voran dem
Reaktionär Guldberg, ist der Aufklärer ein Dorn im Auge. Und Struensees -
von Christian selbst angezettelte - Liaison mit der Königin macht ihn
anfechtbar.
Enquist hat aus der ménage à trois zwischen Christian, Struensee und der
Königin eine ergreifende Liebesgeschichte komponiert. Darüber hinaus ist
sein Roman eine psychologisch ausgefeilte Studie über die Macht und eine
Tragödie über die systematische Abrichtung eines Königs zum Instrument
höfischer Machtinteressen.
Per Olov Enquist, geboren 1934, lebt in Stockholm. Er arbeitete als Theater-
und Literaturkritiker und zählt zu den bedeutendsten Autoren Schwedens.
Hörspiele u.a.: „Aus dem Leben der Regenwürmer“ (RIAS/SR 1986), „Großvater
und die Wölfe“ (SWR/MDR 2003)
Freitag, 14.04. (Karfreitag); 08.05 Uhr
FIGARINOS KINDERHÖRSPIEL
WUNDER MIT HUHN ab 5 Jahren
von Ute Kleeberg
Musikalische Lesung mit Christian Brückner
Dauer: ca 53’00
Musik von Arvo Pärt, Johannes Brahms, Max Bruch, Gabriel Fauré, Felix
Mendelssohn Bartoldy, Pál Járdány, Dimitri Schostakowitsch und Anton von
Webern
Produktion: Edition Seeigel/SWR 2003
Interpreten Musik:
Klarinette: Uwe Stoffel
Violoncello: Friedemann Dähn
Klavier: Thomas Wellen
Fridolin Vogel schlendert müde über den Wochenmarkt. Da hört er einen
Händler rufen: „Die Henne hat Schlachtreife, und am besten schlachten Sie
die bald, sonst erleben Sie mit der noch ihr blaues Wunder!“
Fridolin Vogel horcht auf. Ein Huhn, mit dem man ein Wunder erleben kann!
Ihm ist es egal, ob das Wunder blau, rot, grün oder gepunktet ist. Er will
ein Wunder erleben, denn seit dem Tod seiner Frau sind die Tage des
ehemaligen Postboten grau und freudlos geworden. Und darum kauft Friedolin
Vogel dieses weiß-gesprenkelte Huhn und wartet auf das Wunder…
Freitag, 14.04.; 15.00 - 16.15 Uhr
HÖRSPIEL
DIE ANDERE UND ICH
von Günter Eich
Dauer: 71'00
Komposition: Rolf Unkel
Regie: Cläre Schimmel
Produktion: SDR 1952
(Hörspielpreis der Kriegsblinden 1953)
Mitwirkende:
John Harald Baender
Bob Hans Günther Gromball
Giovanni Hans Mahnke
Carlo Gerd Fürstenau
Vater Erich Ponto
Herr Peter Höfer
Antonio Rolf Schimpf
Ellen Edith Heerdegen
Camilla Edith Heerdegen
Lissy Ingeborg Engelmann
Mutter Elsa Pfeiffer
Tante Maria Wiecke
Filomena Christa Hoffmann
Ellen Harland aus Washington ist mit dem Auto unterwegs durch Italien. Der
Krieg ist vorbei, man macht eine Bildungsreise durch die Alte Welt, aber
dann in Comacchio, einem trostlosen Fischernest, bleibt ihr Blick plötzlich
an einer alten Frau hängen. Während Mann und Kinder draußen im Meer baden,
geht sie zu ihr zurück. Und dort in der fremden Küche wird sie auf einmal
für eine Andere gehalten. Für Camilla, die erwachsene Tochter, die
verheiratet werden soll. Sie will den Irrtum aufklären, sie will zurück zu
ihrer Familie, aber sie findet sie nicht. Das Datum verrät, warum. Es ist
der 5. August 1910, in Cleveland, Ohio, wird Ellen Harland gerade geboren.
Was bleibt ihr übrig: Jetzt ist sie Camilla, jetzt bleibt sie in Comacchio.
Hier putzt sie Fische und versorgt das Haus, hier heiratet sie Giovanni,
hier kriegt sie ein Kind von Carlo: Antonio, der später zu den Partisanen
gehen und erschossen werden wird. Hier spart sie und träumt von einer
Auswanderung nach Amerika, hier schneidet sie Carlo, Giovannis Mörder, von
seinem Strick. Hier werden Lidia und Filomena geboren und Umberto, der aus
dem Krieg nicht zurückkehrt. Eines Tages fährt ein Auto durchs Dorf, sie
sieht ihm nach, plötzlich wird sie gerüttelt: es sind Bob und Lissy; sie
liegt am Strand, alles war bloß ein Traum. Aber dann zieht sie sich an und
geht nach Comacchio zurück, als ginge sie nach Hause, als wäre dieses
erniedrigte, besudelte und eingezwängte Dasein in der stinkenden Lagune ihr
wirkliches Leben gewesen.
Freitag, 14.04. (Karfreitag); 22.30 Uhr
HÖRSPIEL
VERWEHTE SPUREN
Hörspiel nach einer wahren Begebenheit von Hans Rothe
Dauer: 53’30
Ton: Rudolf Meister
Komposition: Hans-Martin Majewski, (1911-1997)
Regie: Gustav Burmester
Produktion: NDR 1958
Mitwirkende:
Igna Vargas Gertrud Kückelmann
Mme. Francoise Vargas Ida Ehre
Dr. Robert Deval Hanns Lothar
Polizeipräfekt Hermann Schomberg
Gustave Joseph Offenbach
Matrose Hans Irle
Schaffner Paul Schuch
1. Reisender Reinhold Nietschmann
2. Reisender Willy Witte
Nachtportier Fritz Wagner
Page Reinhard Zobel
Tagportier Max Walter Sieg
1. Maler Werner Schumacher
2. Maler Walter Laugwitz
Hotelgast Helmut Peine
Ältere Dame Mita von Ahlefeld
Manager Hermann Lenschau
1. Polizist Rudolf Fenner
Polizeileutnant Peter Lehmbrock
Angestellter Peter Frank
Dame Thea Maria Lenz
2. Polizist Wilhelm Grothe
Älterer Herr Adalbert Kriwat
Schwester Gertrud Glück
Madame Boulard Eva Fiebig
Zimmermädchen Alice Inge Windschild
1. Redakteur Kurt Jung
2. Redakteur Kurt Klopsch
Bote Udo Wulff
Weltausstellung 1867 in Paris. Von den Besuchern aller Kontinente wird die
Hauptstadt des Zweiten Kaiserreichs überflutet. Das Jahrhundert zeigt in
diesen Wochen, welche Leistungen der Fortschritt, die sich rastlos
vervollkommende Technik, erreicht haben. In dem Tag und Nacht nicht
abreißenden Strom der Fremden kommt eine Frau Vargas aus Rio de Janeiro mit
ihrer Tochter auf dem "Gare du Nord" an. Es ist zwei Uhr morgens. Als die
Damen nach einer kurzen Fahrt mit der Droschke zu ihrem Hotel gefunden
haben, ergibt sich eine kleine Schwierigkeit. Die bestellten Zimmer sind
nicht frei. Der Nachtportier bringt Frau Vargas vorläufig in einem kleinen
Zimmer unter. Es ist so eng, dass die Tochter für den Rest der Nacht in
einem benachbarten Hotel ein Bett bekommen muss. Vorher geleitet sie die
Mutter auf ihr Zimmer und verabschiedet sich zärtlich von der durch die
Strapazen der Reise ganz Erschöpften. Sie wird ihre Mutter nie wiedersehen.
Am nächsten Tag wird sie Portier, Zimmermädchen und Pagen nach Frau Vargas
fragen. Niemand wird sich an die Ankunft in der vorigen Nacht erinnern. Ohne
Bekannte, Freunde oder irgendeine Hilfe wird sie in der Riesenstadt sein und
versuchen, das Geheimnis um ihre spurlos verschwundene Mutter aufzudecken
"Verwehte Spuren" ist eins der packendsten und besten Hörspiele, die bislang
geschrieben wurden.
Sonntag, 16.04. (Ostersonntag); 08.05 Uhr
Figarinos Kinderhörspiel
MARTA-MARIA AUF DEM SPIEGELSCHRANK ab 4 Jahren
von Albert Wendt
Dauer: 42’26
Ton: Holger König
Komposition: Peter Kaizar
Regie: Götz Fritsch
Produktion: MDR/WDR 2001
Mitwirkende:
Erzähler Oliver Stern
Marta-Maria Holdine Wolter
Der dicke Vater Johann Adam Oest
Carmen Dudel Maria Happel
Professor Kuttelpfanne Hermann Lause
Der Zweinullsieben Hermann Beyer
Manolo Manolo Palma
Zeitungsfrau Monika Pietsch
Und die Kinder: Caspar Bankert, Sarah Bötscher, Maximilian Dinnebier, Nina
Gummich, Julian Hanns, Clara Hofmann, Constanze Hummel, Charlotte Suckow,
Frowin Wolter
Inhalt: Marta-Maria auf dem Spiegelschrank - Marta-Maria auf den Wogen des
Meeres - Marta-Maria ist davongeflogen
Normalerweise freuen sich Eltern, wenn ihre Kinder Phantasie besitzen und
sie mit originellen Einfällen unter Beweis zu stellen wissen. Doch eine
allzu blühende Einbildungskraft kann auch Probleme nach sich ziehen...
Marta-Marias dicker Vater kann ein Lied davon singen. Denn wie bloß soll er
alles richten, wenn seine liebreizende kluge Tochter zum Beispiel auf dem
Spiegelschrank sitzt und mauzt und faucht und sich putzt, weil sie sich
offensichtlich in eine Katze verwandelt hat? Oder wenn das englische Schaf,
Marta-Marias Lieblingsstofftier, von einem Lämmergeier auf eine einsame
Felseninsel verschleppt worden ist, und der blaue Kinderzimmerteppich - ein
tosendes Meer - ebenso gefahrvoll zu überwinden ist wie das Reich des
Lauschungeheuers? Oder aber Marta-Maria springt wie besessen auf ihrer
Matratze herum und schreit wilde Sprüche mit vielen I-s wie „Debussy in
Paris!“, oder „Sellerie for me!“, und kann nur durch einen Rundflug geheilt
werden, auf dem man einem unglaublich großen Lümmel begegnet, der
unglaublich schlimme Wörter sagt. Da ist der dicke Vater wirklich froh, dass
er so gute Freunde wie Carmen Dudel, Professor Kuttelpfanne und den
Zweinullsieben hat!
Albert Wendt, geboren 1948 in Borsdorf, lebt in Kleinpösna bei Leipzig. Seit
1975 veröffentlichte er Kindergeschichten und Aphorismen, wurde aber vor
allem als Dramatiker und Märchendichter bekannt. Zahlreiche Kinderhörspiele,
u.a. „Sauwetterwind“, „Prinzessin Zartfuß und die sieben Elefanten“,
„Vogelkopp“, „Adrian und Lavendel“, "Betti Kettenhemd", "Abele und der
blasse Moff", „Padulidu und Lorelei“.
Sonntag, 16.04.; 22.00 Uhr
Kriminalhörspiel
STILLLEBEN IN EINEM GRABEN
von Fausto Paravidino
Deutsch von Georg Holzer und Laura Olivi
Dauer: ca. 55’00 / ERSTSENDUNG
Ton:
Komposition:
Regie: Steffen Moratz
Produktion: MDR 2006
Mitwirkende:
Boy Sven Plate
Cop
Mother
Dealer
Bitch Jeanette Spasova
Boyfriend
Sechs virtuos verwobene Monologe erzählen von einer Stadt in der
norditalienischen Provinz. In der Nacht zum Sonntag fährt ein betrunkener
Halbstarker ein Stück außerhalb seinen Wagen vor einen Baum. Als er
aussteigt, findet er im Straßengraben die Leiche eines jungen Mädchens:
nackt und brutal zugerichtet. Wie die Ermittlungen ergeben, heißt sie Elisa
Orlando, ist zweiundzwanzig Jahre alt, lebt noch bei ihren Eltern - der
Vater ist Ingenieur, die Mutter Lehrerin - und erlangte erst vor kurzem
durch einen Gedichtwettbewerb eine gewisse lokale Berühmtheit. Der Bluttest
allerdings verweist ins Drogenmilieu: Elisa muss noch kurz vor ihrem Tod
Kokain genommen haben. Inspektor Salti, kettenrauchend, magenkrank und nicht
nur auf legale Untersuchungsmethoden fixiert, setzt seinen „Lieblingsdealer“
unter Druck. Er erfährt, dass der Freund der Toten ebenfalls zu dessen
Abnehmern gehörte und jetzt auf der Flucht ist. Doch so gern Salti den
Mörder in den einschlägigen Kreisen finden würde, die Spur führt nicht nur
zum Straßenstrich, sondern auch zu einer jungen Illegalen aus Osteuropa, der
Elisa noch kurz vor ihren Tod begegnet war. Und er muss einsehen, dass seine
kleine Stadt nicht nur an ihren Rändern kaputtgeht.
Fausto Paravidino, geboren 1976 in Genua, gilt derzeit als das „Wunderkind“
des italienischen Theaters. Nach Abschluss der Schauspielschule arbeitet er
zusammen mit einer von ihm gegründeten Theatergruppe als Schauspieler,
Regisseur und Autor in Rom. Mehrere seiner bislang acht Theaterstücke wurden
auch in Deuschland erfolgreich nachgespielt, so „Zwei Brüder“ und „Genua 01“
(Hörspielproduktion WDR 2004)
Montag, 17.04. (Ostermontag); 08.05 Uhr
FIGARINOS KINDERHÖRSPIEL
MARTA-MARIA AUF DEM MÜLLSACK ab 4 Jahren
von Albert Wendt
Dauer: 40’43
Ton: Holger König
Komposition: Peter Kaizar
Regie: Götz Fritsch
Produktion: MDR/WDR 2001
Mitwirkende:
Erzähler Oliver Stern
Marta-Maria Holdine Wolter
Der dicke Vater Johann Adam Oest
Carmen Dudel Maria Happel
Professor Kuttelpfanne Hermann Lause
Der Zweinullsieben Hermann Beyer
Drachen Rudolf Wessely
Und die Kinder: Caspar Bankert, Sarah Bötscher, Maximilian Dinnebier, Nina
Gummich, Julian Hanns, Clara Hofmann, Constanze Hummel, Charlotte Suckow,
Frowin Wolter
Inhalt: Marta-Maria auf dem Müllsack - Marta-Maria und der kranke Drachen -
Marta-Maria im Spülbecken
Ohne seine Freunde Carmen Dudel (die kesse Feministin), Professor
Kuttelpfanne (den sprachenkundigen Gelehrten) und den Zweinullsieben (der
Geschichten für’s Radio schreibt und für jede Geschichte genau 207 Mark
bekommt), die es in puncto Phantasie allesamt mit der munteren Marta-Maria
aufnehmen können, hätte der dicke Vater so manches Mal nicht gewusst, wie er
sein blitzgescheites Töchterchen bändigen soll. Als es zum Beispiel zum
Geburtstag den prall gefüllten blauen Müllsack bekam und nur durch die
Erfindung einer Geschichte, in der alle Fundstücke - egal, ob es sich nun um
Großväter, Fußballer, Sträflinge oder ein Schiff mit hundert alten
Millionärinnen handelte - beherzigt waren, vom halsbrechischen Galopp durchs
Kinderzimmer abzubringen war. Oder als es draußen im Hausflur den kranken
Drachen fand, der nur durch den Genuss von sieben bitteren Vatertränen die
Kraft wiederfinden konnte, Feuer zu speien. Oder als es, statt den Abwasch
zu machen, im Spülbecken saß, bloß noch „Watsch! Platsch!“ sagte und sich
offensichtlich in einen Putzlappen verwandelt hatte - und nur durch eine
siebenschichtige Buttercremetorte sowie einen Ausflug ins Planetarium
gerettet werden konnte, bei der sie kein Putzlappen mehr, sondern ein
Seidenschal war, den der dicke Vater um den Hals tragen musste.
Albert Wendt, geboren 1948 in Borsdorf, lebt in Kleinpösna bei Leipzig. Seit
1975 veröffentlichte er Kindergeschichten und Aphorismen, wurde aber vor
allem als Dramatiker und Märchendichter bekannt. Zahlreiche Kinderhörspiele,
u.a. „Sauwetterwind“, „Prinzessin Zartfuß und die sieben Elefanten“,
„Vogelkopp“, „Adrian und Lavendel“, "Betti Kettenhemd", "Abele und der
blasse Moff", „Padulidu und Lorelei“.
Dienstag, 18.04.;22.00 Uhr
Hörspiel
1200 Jahre Halle:
DER BESUCH DES LEIBARZTES
2. Teil /2
Nach dem Roman von Per Olov Enquist
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele
Dauer: 66’35
Ton: Gerd-Ulrich Poggensee
Regie: Walter Adler
Produktion: NDR/ SWR 2002
Mitwirkende:
Erzähler Hans-Peter Hallwachs
Struensee Ulrich Matthes
Christian VII. Andreas Pietschmann
Guldberg Felix von Manteuffel
Caroline Alexandra Henkel
Königinwitwe Jutta Hoffmann
Graf Rantzau Hermann Lause
Brandt Helmut Zhuber
Pastor Gerhard Garbers
Sprecher Peter Bieringer
Männliche Stimme Markus Graf
Inhalt + Autor s. 11.04., Teil 1
Sonntag, 23.04.; 08.05 Uhr
Figarinos Kinderhörspiel
PRINZ UND BETTELKNABE ab 8 Jahren
von Mark Twain
Funkbearbeitung: Ernst Röhl
Dauer: 50’29
Ton: Gisela Kuschnierz
Komposition: Bernd Wefelmeier
Regie: Rüdiger Zeige
Produktion: Rundfunk der DDR 1880
Mitwirkende: Barbara Schnitzler, Madeleine Lierck, Hans Teuscher,
Hans-Joachim Hanisch, Bernd Stegemann, Siegfried Seibt, Wolfgang Seher,
Wolfgang Ostberg, Hans Oldenbürger, Ingeborg Westphal, Georgia Kullmann,
Gerd Grasse, Joachim Tomaschewsky, Walter Wickenhauser, Gabriele Gysi, Georg
Helge
Prinz Edward und Tom, der Bettelknabe, die sich beide zum Verwechseln
ähnlich sind, tauschen aus einer Laune heraus die Kleider. Dieses
kurzweilige Spiel fährt sie jedoch in eine ausweglose Situation, denn
niemand will ihnen den Rollentausch glauben. So wird der Bettelknabe zum
Prinzen und der Prinz zum Bettler. Während sich Tom nach anfänglichem
Sträuben an das Leben am Hofe gewöhnt, findet sich Edward in der Welt der
Armen nicht zurecht. Als Tom zum König gekrönt werden soll, kann Edward
schließlich den Beweis erbringen, dass er der wahre König ist: Er allein
kennt den Ort, an dem sich die Krone befindet.
Sonntag, 23.04.; 22.00 Uhr
Kriminalhörspiel
DER VERSCHWUNDENE MAESTRO
von Mike McSorley
Dauer: 59’32
Ton: Holger König
Musikal.Einrichtung: Kai-Erik Ziegenrücker
Regie: Klaus Zippel
Produktion: MDR 1996
Mitwirkende:
Robert Rühlemann Peter Fricke
Amadeo Robkowitz Martin Flörchinger
Frau Robkowitz Marylu Poolman
Sabine Huber Andrea Solter
Konrad Köhler Wolfgang Jakob
Notar Thiedemann Fred Alexander
Staatsanwalt Dieter Bellmann
Konzertbesucherin Ellen Hellwig
Nachbar Dieter Jaßlauk
Nachbarin Ursula Staack
Arno Waldschmidt Wolfgang Pampel
1. Polizist Wolfgang Winkler
2. Polizist Wolfgang Sörgel
Pfarrer Werner Godemann
Sekretärin Walpurgis Brückner-Curth
Sprecher im off Walter Niklaus
1. Kellnerin Ramona Libnow
Kellner Paul Dolf Neis
2. Kellnerin Ingrid Hille
Ober Axel Thielmann
Ansager Johannes Kiebranz
Die »Fidelio-Ouvertüre« steht auf dem Progammzettel, jeden Moment muss
Maestro Amadeo Robkowitz das Konzertpodium betreten und seinen Stab erheben.
Doch zur Überraschung des Auditoriums wird eine Änderung verkündet, da der
Meister unpässlich sei. Selbst der sonst in alle Interna der Musikszene
eingeweihte Kritiker Robert Rühlemann ist von dieser Mitteilung irritiert.
Er hört dem Orchester unter dem schnell eingewechselten jungen
Aushilfsdirigenten Waldschmidt nur mit halbem Ohr zu. Seine Rezensenten-Nase
wittert ein Verbrechen hinter der Unpässlichkeit des Altmeisters, und schon
die ersten Recherchen geben ihm recht. Da heißt es immer, Kritiker seien die
größten Flaschen, die selber nichts zustande kriegen. Das wollen wir doch
erstmal sehen, sagt sich Rühlemann und lehrt der Polizei das Staunen.
Mike McSorley, ist der unbekannteste der großen kanadischen Krimiautoren.
Obwohl seine beiden Romane Leichen leben länger und Der Tranchierer mehrfach
ausgezeichnet wurden, war ihnen kein großer Publikumserfolg beschieden.
McSorley wurde 1951 in Montreal geboren. Nach unglücklicher Kindheit schlug
er sich als Tankwart, Möbelpacker und Losverkäufer durch. Ein paar Jahre
später desertierte er aus der Fremdenlegion. Wegen eines Rechtsstreits
seiner zahlreichen unehelichen Kinder blieb der Großteil seines Werks bis
heute unveröffentlicht. Völlig vereinsamt und vom Alkohol zerstört, starb
McSorley 1994 auf einer Parkbank in seinem Geburtsort.
Dienstag, 25.04.; 22.00 Uhr
Hörspiel
Zum 80. Geburtstag von Gerhard Rentzsch:
DER ALMANACH
von Gerhard Rentzsch
Dauer: 50’03
Ton: Dietmar Hagen
Regie: Walter Niklaus
Produktion: Rundfunk der DDR 1978
Mitwirkende:
Dr. Margulies Joachim Zschocke
Frau Margulies Renate Goerdes
Clarus, Pflanzenzüchter Manfred Heine
Frau Clarus Käthe Koch
Olischer, Lehrer Gert Gütschow
Kammersänger Sicks Werner Hahn
Frau Sicks Antje Arpe
Intendant Zerbus Jan-Franz Krüger
Frau Zerbus Marylu Poolman
Dr. Wallot Werner Godemann
Fräulein Bär Ursula Sukup
Frau von der Pfordten Ruth Friemel
Unter den Mitgliedern des Intelligenz-Klubs einer Kreisstadt verbreitet sich
hinter vorgehaltener Hand die Nachricht, dass einige von ihnen in eine Art
Prominenten-Almanach der DDR aufgenommen werden sollen. Die Betroffenen
reagieren unterschiedlich, aber die meisten kommen der telefonischen
Aufforderung nach, ein Foto einzuschicken und die Erweiterung ihrer
Kurzbiographie von zehn auf zwanzig Zeilen mit einer Geldsumme zu
subventionieren. Dass das Ganze ein ausgefallener Betrug ist, erweist sich
erst, als einer der Kandidaten darauf besteht, auch seinen, wie er meint, zu
Unrecht nicht nominierten Freund in diesen Almanach aufzunehmen. Gerhard
Rentzsch erhielt 1979 für sein Hörspiel den Hörspielpreis der Kritiker
(Autoren-Preis).
Gerhard Rentzsch, am 24. April 1926 in Leipzig geboren, lernte Tischler und
später Schlosser in der Werkzeug-Maschinenfabrik Pittler AG und nahm 1941
ein Studium an der Ingenieurschule Leipzig auf, aus dem heraus er 1943 zur
Kriegsmarine einberufen wurde. Nach Krieg und britischer Gefangenschaft
besuchte er von 1946 bis 47 die Buchhändlerlehranstalt und danach das
Lehrerbildungsinstitut. Im Juni 1948 wurde er in die Literaturabteilung des
Senders Leipzig gebeten, hier arbeitete er mit Heinz Rusch, Georg Maurer und
Hildegard Maria Rauchfuß zusammen. Im Jahre 1951 wechselte er auf Bitten des
damaligen Hörspiel-Chefdramaturgen Gerhard W. Menzel in die
Hörspielabteilung über. Als die Staatsführung der DDR ein „Staatliches
Komitee für Rundfunk“ in Berlin einrichtete, ging Rentzsch 1952 nach Berlin
und wurde 1957 Chefdramaturg der zentralen Hörspielabteilung. Nach dem 11.
Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 wurde Gerhard Rentzsch 1966 aus
politischen Gründen als Chefdramaturg abgelöst, arbeite jedoch bis 1990
weiter als Dramaturg in der Hörspielabteilung. 1990-1991 Redakteur und
Anreger der Sendereihe "Liebes Volk!" bei Sachsen Radio in Leipzig. In
seinem Wirken als Autor und Dramaturg für Geschichten erzählende,
handwerklich gut gearbeitete Stücke galt Gerhard Rentzsch mit Fug und Recht
als Nestor des DDR-Hörspiels, der seinen Grundsätze auch in den Arbeiten der
90er Jahre treu geblieben ist. Gerhard Rentzsch verstarb am 1. Juni 2003 in
Berlin.
Anschließend:
STEPHAN GÖRITZ IM GESPRÄCH MIT DEM DRAMATURGEN UND AUTOR GERHARD RENTZSCH
Dauer: 18'50
Produktion: Funkhaus Berlin 1991
Sonntag, 30.04.; 08.05 Uhr
Figarinos Kinderhörspiel
DAS KATZENHAUS ab 6 Jahren
von Samuil Marschak
Dauer: 41’30
Ton: Karl-Hans Rockstedt
Komposition: Joachim Thurm
Regie: Jürgen Schmidt
Produktion: Deutsche Schallplatten Berlin 1987
Mitwirkende:
Erzähler Wolfgang Dehler
Fürstin Koschka - eine vornehme Katze Inge Keller
Kater Wanja - ihr alter Hausdiener Helmut Müller-Lankow
Zwei Katzen - Waisenkinder Monica Bielenstein
Herr Bockowitsch - ein alter Ziegenbock Peter Dommisch
Seine Frau - eine alte Ziege Käthe Reichel
Die Nachbarin - das Schwein Katja Paryla
Baron von Hahn - ein Conchinchina-Hahn Günter Junghans
Seine Frau - die Henne Margit Bendokat
Biber und Ferkel Karin Reif, Elvira Schuster, Lutz Dedant,
Holm Gärtner,Hans Oldenbürger,
Lothar Tarelkin
„Vor langer, langer Zeit, da stand / ein Katzenhaus am Dorfesrand…“
Stolz auf ihr prächtiges Haus, hat Fürstin Koschka die Nachbarschaft zum
Empfang geladen. Da meldet sich unliebsamer Besuch. Zwei obdachlose,
verwaiste Kätzchen bitten ihre reiche Tante um ein Dach über dem Kopf und
ein paar Bissen Brot - und werden vom Hausdiener Wanja wie lästige Bettler
vom Hof gejagt. Doch wie schnell sich alles ändert! Während sie ihre Gäste
verabschiedet, fallen ein paar der glühende Scheite aus dem Kamin. Schon
bald steht ihr Palast in Flammen, und sie selber findet sich mit leeren
Händen in der regennassen Nacht. Gottseidank hat sie viele Freunde! Der Hahn
allerdings muss viel zu früh raus, um so späte Besucher in seinem Hause
dulden zu können. Auch im Ziegenstall findet sich, leider, nicht die
kleinste Ecke Stroh. Und bei Frau Schwein ist ohnehin alles viel zu beengt.
Nur ein ganz kleines, verfallenes Hüttchen gibt es jetzt noch, in dem sie um
ein Notquartier bitten könnten. Wird man ihnen aber ausgerechnet hier
Einlass gewähren, hier, wo die beiden vorhin weggejagten Kätzchen
untergeschlüpft sind?
Sonntag, 30.04.; 22.00 Uhr
Kriminalhörspiel
Zum 75. Geburtstag von Helmut H. Schulz am 26. April:
GEISTERGELD
von Helmut H. Schulz
Dauer: 27‘40
Ton: Hella Gerisch
Regie: Günter Bormann
Produktion: Rundfunk der DDR 1981
Mitwirkende:
Imhoff Friedhelm Eberle
Isolde Karin Weser
Florence Ingeborg Ottmann
Haftrichter Wolfgang Brunecker
Wärter Mathias Girbig
Stimme Wolfgang Desch
Walter Imhoff ist ein talentierter Hochstapler der westlichen Welt. Mit
Hilfe finanzkräftiger Damen und der Wechselreiterei macht er sich ein
Vermögen. Leider platzt durch Unachtsamkeit ein Wechsel und die
Staatsanwaltschaft greift ein, aber mit Hilfe seiner Freundinnen gelingt es
Imhoff, freizukommen. Schließlich ist eine davon die Schwägerin des
Justizsenators.
TOTE BRUNNEN
von Helmut H. Schulz
Dauer: 28’30
Ton: Henry Marx
Regie: Detlef Kurzweg
Produktion: Rundfunk der DDR 1989
Mitwirkende:
Marion Barbara Schnitzler
von Bleibtreu Klaus Piontek
Ein verkrachter Buchhalter gründet mit einer gescheiterten Schauspielerin
eine Briefkastenfirma, die kleinen bis mittleren Unternehmen der
Lebensmittelbranche zu "Vorzugsbedingungen" Warenlieferungen in Aussicht
stellt.
Den um die Vorauszahlung geprellten Kunden bieten sie als
Wirtschaftsdetektei wieder ihre Dienste an, um schließlich als
Kapitalversicherungsfirma ein drittes Mal ihren Schnitt zu machen.
Helmut H. Schulz, geboren am 26.04.1931; Sohn eines Postangestellten;
DDR-Erzähler, Hörspiel und Featureautor; 1962-1963 Redakteur beim
Jugendmagazin; Er begann als journalistischer und literarischer Mitarbeiter
an Zeitschriften. Seine erste größere Erzählung war "Der Fremde und das
Dorf"; 1974 folgte "Jahre mit Camilla" erzählt über menschliche Beziehungen
in der DDR, deren Probleme nicht wie der wissenschaftlich-technische
Fortschritt regulierbar waren.
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